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Montag, 8. August 2011

Verregnet

„Laut den örtlichen Behörden von Tuba City, Arizona gab es bei dem Brand in dem Highway-Restaurant keine Überlebenden.“ – Die Nachrichtensprecherin schaute kurz auf ihre Notizen. – „Es wird vermutet, daß der Brand von den zur Zeit meistgesuchten Verbrechern der Vereinig- ...“ An dieser Stelle schaltete ich das TV-Gerät ab und streckte mich auf der Couch. Die Chipstüte am Fußende fiel raschelnd und knisternd herunter, verstreute ihren Inhalt auf dem Fußboden. Ein kurzer Anflug von Ärger, den ich jedoch sofort wegdrückte, überkam mich. Ich stand auf und räumte das Gröbste weg. Dann beseitigte ich den Rest.
Es regnete eigentlich schon den ganzen Tag und dabei wollten Liz und ich uns eigentlich mit Tripp, Pete und Frank treffen. Ich schaute auf mein Mobiltelephon und legte es wieder fort. Ich gähnte und streckte mich wieder, rieb mir die Augen mit den Fäusten. Während ich so da saß packte mich immer mehr Langeweile. Am liebsten hätte ich mich wieder ins Bett gelegt, aber das wurde komplett von Liz beansprucht und sie mochte es gar nicht geweckt zu werden, also ließ ich sie schlafen. Ich rollte mir fix eine Zigarette und begab mich auf den Balkon um sie zu rauchen. Ich trat durch die Tür hinaus und sogleich trafen mich kleinste Tropfen feuchten Nieselregens. Das störte mich aber nicht. Ich kramte in meiner linken Hosentasche und dann in der rechten, nur um schlußendlich in meiner Sweaterjacke ein Feuerzeug zu finden. Unglaubliche Verpeiltheit. Ich zündete die Zigarette an und tat den ersten Zug. Bittersüßer Rauch quoll meinen Rachen hinab und füllte meine Lungen. Kurz hielt ich ihn ein und stieß ihn dann wieder aus. Der leichte Wind trug die Rauchwolke fort und der Regen zerstieß sie; bis sie nicht mehr erkennbar war vor dem Hintergrund des Grauen Himmels.
Etwas strich über meinen Rücken. Ich drehte mich um.
„Hey Süßer.“ säuselte Liz und lächelte mich verschlafen an.
Sie kam langsam auf mich zu lehnte sich an mich und bewegte meine Zigarettenhand zu ihrem Mund um selbst einen Zug von der Zigarette zu tun. Sie genoß es richtig.
„Hast du gut geschlafen?“
„Hervorragend!“
„Wunderbar.“
Ich streichelte durch ihr Haar und roch daran. Sie trug ein Aroma an sich, das mich dahinschmelzen ließ.
„Was ist mit dem Treffen heute?“ fragte sie leise.
„Ich weiß es nicht. Vielleicht sollte ich absagen und wir schauen einfach einen Film oder machen irgendwas anderes drinnen … das Wetter kotzt mich sowas von an heute.“
„Ach Quatsch, Wolfi! Wir machen das. Laß dir nicht vom Wetter die Laune nehmen.“ antwortete sie viel wacher, als sie eben noch war.
„Na gut.“ sagte ich lächelnd.
Sie drehte sich um, wackelte einmal kurz mit ihrem teuflisch heißen Hintern und ging wieder in das innere der Wohnung. Ich konnte mir ein gigantisches Grinsen nicht verkneifen. Das war immer so, wenn sie das tat.
Als ich aufgeraucht hatte ging ich ebenfalls wieder hinein. Vor dem CD-Regal blieb ich stehen und nahm blind eine hinaus. Eine halbe Minute später ertönte Carry On Wayward Son von Kansas durch die Wohnung und hob meine Stimmung noch einmal erheblich.

Montag, 24. Mai 2010

Damn!

"Ich kann solche billigen Huren echt nicht leiden!"
Ich stimmte Liz zu. Diese Schlampe hatte uns den gesamten Abend verdorben. Wir wollten leben und das Leben genieße und dann kam uns doch tatsächlich diese Fotze unter die Augen. Sie hat nur Scheiße gelabert. Liz meinte nur "Laß uns!" und sie war abgedampft.
Trotz allem war unser Abend nun für'n Sack und wir grämten uns des derweil ungenießbaren Bieres. Ich schaute Liz an und sie mich.
"Wolf," begann sie. "Ich will woanders hin."
Ich nickte ließ das goldene Etwas, das man in diesem Lokal wohl Bier nannte meine Kehle hinab fließen, bevor wir uns in den kleinen roten Corsa setzten.
Kuppeln, anfahren, auf!
Im CD-Player lag Internal Suffering und Liz war glücklich damit. Sie trank ihr Wicküler und gab mir die Flasche. Mir war es grad egal ob ich beim Fahren soff. Hauptsache woanders hin.
"Frankfurt?" fragte ich.
"Auf jeden Fall!" kam die Antwort.
"Wohin?"
"Nachtleben zum Kaffee, Speak Easy für's Bier."
"Klingt gut!"
Also fuhren wir Richtung Frankfurt. Ich hielt meine Augen auf der Straße und merkte nur beiläufig, daß Liz mich die ganze Zeit beobachtete.
"Ich hab dich echt lieb!" sagte sie mit einem mal.
Ich schaute kurz zu ihr, drückte mit meiner Rechten ihre Schulter. "Ich dich auch."

Frankfurt. Ankunft.
Die Konstabler Wache war überfüllt mit Gesocks. Ich hasste es, aber ließ mir nichts anmerken. Alle zwei Sekunden sprachen uns irgendwelche Kanacken an, ob wir nicht etwas kaufen wöllten. Ich hasse Drogen, und ich wollte nichts kaufen.
Endlich waren wir im Nachtleben.
"Zwei Kaffee."
Das sollte reichen.
Ich sah Liz an. Sie schien sichtlich entspannter und ich freute mich darüber.
"Sag mal," sagte sie. "Warum werden wir hier eigentlich ständig von diesen Wichsern angelabert?"
"Liegt vielleicht an meinen Haaren." sagte ich und lachte.
Vielleicht war es wirklich so, - ich wußte es nicht.
"Wolf?"
"Ja?"
"Warum mag ich dich so?"
Ich war perplex. Was sollte das jetzt?
"Ich weiß es nicht. Liegt es an meinem Aussehen?"
"Nein."
Ich schaute sie an und wurde stutziger.
"Ich glaub es liegt an deiner Direktheit."
"Danke."
Sie strahlte, beugte sich herüber und gab mir einen Kuß auf die Wange.
"Du bist der Wahnsinn!" flößte sie mir dann direkt ins Ohr.
Wir tranken unseren Kaffee aus und begaben uns per Pedes ins Speak Easy um nochmal gehörig ein paar Biere zu trinken.

Donnerstag, 6. Mai 2010

24

24. Vierundzwanzig. Scheiße, war es wirklich schon so viel?
Ich saß mit dem Rücken zur Wand in mehr als einer Hinsicht, dachte darüber nach und hörte The 69 Eyes.

I don't wanna see you cryin' little angel on my shoulder
I wanna see you flyin' back to heaven, where you belong


Liz lag da, ihren Kopf in meinen Schoß gekuschelt und ich kraulte ihren Nacken, spielte mit ihrem Haar. Doch die Gedanken ließen mich nicht in Ruhe, zwangen mich wach zu bleiben. Was hab ich erreicht? Mittelmäßige Schriftstellerei für einen elitär wirkenden kleinen Kreis an Verstehenden.
Was noch? Mehr gsoffen als alle anderen. Einige Jobs in den Sand gesetzt. Mehr Scheiße gebaut als andere in meinem Alter.
Ich war froh, daß sie da lag. Ich war drauf und dran aufzustehen und dieses verdammte scheiß Metallstück zu suchen - wollte es aber eigentlich auch nicht. Ich haßte es doch irgendwie mein Blut zu sehen, auch wenn es eine kurzzeitige, beinahe rauschartige, Befriedigung erzeugte. Besonders dieses pulsierende Gefühl, diese wahnsinnige Erleichterung; es schrie nach mir. Ich drückte mir imaginäre Hände auf imaginäre Ohren, um diese Stimme nicht mehr zu hören, während ich mit meiner Hand langsam Liz' glatten, ebenen Rücken entlang fuhr.
Sie bewegte sich, stöhnte leicht und erwachte ganz sanft. Sie küßte meinen Bauch und setzte sich auf. Das Mondlicht schien durch das Fenster und beleuchtete ihren nackten Körper, ließ ihre Brustwarzen ungewohnt dunkel erscheinen. Ich wußte ja, daß sie von einem perfekten rosa waren.
Sie schaute mich an.
"Was ist?" fragte sie mich, "Du wirkst bedrückt."
Ich zog sie zu mir und drückte sie fest an mich. Konnte mich des leichten Zuckens nicht erwehren. Meine Augen wurden naß und ich sagte immer noch nichts.
"Nun sag doch was." hörte ich sie leise in mein Ohr flüstern.
"Halt mich einfach nur fest. Ich hab Geburtstag und ich hasse es."
Und sie hielt mich fest.
Aus dieser Umarmung wollte ich nicht mehr entfliehen. Niemals mehr.
Ich blickte sie an. Sie strich das Wasser von meinen Wangen, küßte mich.
"Hey, Morgen ist es auch wieder vorbei und du bist nicht allein."
Ein Teil von mir wünschte sich gerade in jenem Momet die Einsamkeit herbei, wollte dieses wunderschöne Mädchen vor die Tür setzen und mir einen Schuß in die Schläfe verpassen, nur um nicht mehr nachzudenken und vielleicht auch um sich an den über das Laken verspritzten Fetzen von Hirn, Knochen und der Blutlache zu laben.
Ein anderer Teil ergriff ihre Hand, griff fest zu. Dieser Teil war mir lieber und ich hörte auf Ihn. Scheiß Geburtstagsdepression. Jedes Jahr der selbe Mist und Jünger werde ich ja nun auch nicht.

Dienstag, 4. Mai 2010

Zwei

Wir lagen nur so da, hielten uns an den Händen und schauten zu den Sternen hinauf - nicht das erste Mal heute. Ich roch ihr Parfum, drehte meinen Kopf zu ihr hinüber und konnte das Licht der Sterne in ihren Augen glitzern sehen. Und dann sah ich etwas. Weinte sie?
Sie drehte ihren Körper zu mir, schmiegte sich an mich. Ja tatsächlich, waren da ein paar Tränen in ihren Augenwinkeln.
Mit leicht erstickter Stimme sagte sie: "Mach dir keine Kopf, mein Süßer. Es ist, weil es so schön ist."
Sie rollte sich weiter und war über mir.
"Okay.", flüsterte ich.
Sie setzte sich auf und ich betrachtete ihre anmutige Gestalt. Wir waren etwas abseits vom tatsächlichen Partygeschehen und ich war froh darüber.
Sie wischte sich die Tränen aus den Augen. Ich hob meine Hand und streichelte sie.
"Ist wirklich alles in Ordnung?"
"Ja."
Sie faste mich am Hals, ich richte mich halb auf, dann packte sie mich mit beiden Händen an den Wangen und gab mir einen lange zärtlichen Kuß.
Ich schaute mich etwas um. Einige Meter entfernt, brannte ein Lagerfeuer und ein Stückchen weiter war Floppys Haus. Dann hörte ich ein stolpern, eine Tür schlug zu und Somas Lachen ertönte keine drei Meter entfernt.
Er kam zu uns und setzte sich. Lara im Schlepptau.
"Na ihr zwei?"
Er war glücklich.
Ich lächelte ihn an und er sah, daß wir allein sein wollten. Er griff in seine Taschen, suchte kurz, kramte dann eine halb zerdrückte Zigarettenschachtel hervor und fischte zwei heraus. Er drückte mir eine in die Hand und ging dann lachend mit Lara weiter.
Ich gab Liz die Kippe, da ich gerade nicht rauchen wollte und Sie legte sie sich zwischen die Lippen. Irgendwo war doch ein Feuerzeug. Ich wuselte mit einer Hand in der Wiese und fand es - gab es ihr. Sie entzündete die Zigarette und atmete lasziv den Rauch aus. Irgendwie war das sexy. Ich setzte mich ganz hin und drückte sie kurz.
"Hey Liz, sag mal: Wollen wir vielleicht etwas spazieren gehen?"
Sie schaute mich an - eine absolute Göttin. Sie sagte nichts. Mußte sie auch nicht. Ich legte mich wieder ganz hin und Liz kuschelte sich an meine Seite, nachdem sie den Glimmstengel irgendwo in die Wiese geworfen hatte.
Ich schloß die Augen und schlief ein.

Montag, 3. Mai 2010

Betrunkene Gänseblümchen

Soma? Mit Lara verschwunden. Liz? Hinter mir; Haare halten. Tripp? Schläft auf der Veranda in den Armen seiner Freundin. Ich hätte den Joint vielleicht nicht rauchen sollen. Floppy? Keine Ahnung; der Typ schmeißt dauernd Partys und ist dann einfach weg.
15 Minuten später saß ich mit Liz im McDonalds um die Ecke und verputze den wohl fünften Cheeseburger innerhalb von nur kürzester Zeit. Sie schaute mich ungläubig an.
"Sag mal Wolfi, wo steckst du die Dinger eigentlich hin?"
Ich blickte sie an, schluckte runter und sagte: "Keine Ahnung. Hab ich jetzt eigentlich gekotzt? Sorry, das war eben etwas unerwartet und ich hab einen partiellen Blackout zwischen der Wiese und hier."
"Nein, hast du nicht." Sie lächelte und aß ihren Salat. Warum essen Frauen immer Salat bei Megges? Unwichtig.
Sie war jetzt bei mir; wir waren allein; etwas weiter weg von dem ganzen Trouble. Ich trank einen Schluck Kaffee schaute mich um. Gut. Wirklich weniger stressig war die Umgebung jetzt auch nicht, aber das war jetzt genauso unwichtig wie die Salat-und-Frauen-Frage.
Während ich mir Cheesy Nummer sechs aus dem Butterbrotpapier mit dem orangefarbenen Druck schälte schaute ich Liz an. Sie hob ihr Gesicht vom Salat und erwiderte meinen Blick, lächelte mich an. Ihre Augen strahlten. Wir brauchten in diesem Moment keine Worte; alles funktionierte nonverbal. Ich legte meine Hand auf ihre, beugte ich mich zu ihr hinüber. Unsere Lippen trafen sich. Die ihren schmiegten sich sanft und weich an meine. Während sie meinen Mund mit ihrer Zunge öffnete, öffnete sie mir ein ganzes kleines Universum an Gefühlen und Empfindungen. Alles in meinem Kopf war für den Moment des Kusses in die Musik von The Doors und bunte Farben getaucht. Mein ganz privates psychedelisches Kopfkino.
Ich setzte mich wieder und archivierte diesen Moment und dieses gemeinsame Essen unter besonders wertvoll in meiner Erinnerung.
Liz lächelte immer weiter; sie ist wirklich bezaubernd.
"Wolfi?"
- "Ja?"
"Ich hab dich echt lieb, Darling."
Ruhe. Die Sekunde - es war nur eine - verlief, als wäre sie eine Ewigkeit. In meinem Herzen blühte eine Orchidee auf und in meinem Kopf war nur noch ...
"Ich hab dich auch sehr lieb!"
Sie strahlte.

Der Song in meinem Kopf war übrigens Light My Fire und Betrunkene Gänseblümchen sagen immer die Wahrheit.

Sonntag, 2. Mai 2010

High?

Inzwischen liege ich da. Ich schaue mir die Sterne an, spüre Liz' Titten an meinen Rippen. Ich sehe Orion. Ich mag Orion. Das ist eh das einzige Sternenbild das ich neben der Kassiopeia - dem Himmels-W - und dem großen Wagen - aka der große Bär - noch erkenne. Auf jeden Fall betrachtete ich Orion und die Milchstraße. Ich liebe die Milchstraße ... sie ist so schön. Doch lieber mag und mochte ich Liz' an meiner Seite. Sie kuschelte sich an mich und gab mir das Gefühl einfach niemals und nimmermehr allein sein zu müssen. Dafür liebte ich sie. Und trotzdem starrte ich zu den Sternen hinauf.
Wo war eigentlich Soma?
Und Tripp?
Öhmn.
Okay, ich wußte es nicht; Aber war das wirklich wichtig in diesem Moment?
NEIN!
Ich hatte diese Wahnsinnsfrau in meinen Armen und Vegas Accident in den Ohren. Was wollt ich mehr? Geile Musik, geile Frau. Ich hatte nen Harten und sie hatte ihre Finger daran. Auf und ab. Scheiße war das geil!
Und dann stand Tripp vor uns, ließ seine Nippel-Piercings raushängen und hielt mir einen Joint vor die Nase. Sagte ich "Nein!", NEIN! Natürlich nicht! Ich hatte Lust auf Gras und gebot ihm, sich zu uns zu chillen ... Er tat dem. Warum auch immer, aber ich zog an dem J. und roch an ihm, gab ihn Liz, sie zog dran und meinte einfach nur "Schatz ich hab Lust auf 'The Bishop' von Battle Of Mice." Und in dem Moment wo sie das aussprach hörten wir auch schon die ersten Takte diese göttlichen Songs.
Liebte ich diese Frau? Ich weiß es nicht. Meine Gedanken waren vernebelt. Von Somas Worten über Menschlichkeit und Zerstörungswut, von Tripps Joint, von Liz' Hand in meiner Hose - insbesondere aber von letzterem.
Ich liebte sie.
Tripp gab mir einen Kuß.
Auf die Wange.
Drückte mir den Joint wiedermals in die Hand.
Ich zog dran.
Gab ihn an Liz.
Sie zog dran.
Gab ihn mir.
Ich zog nicht dran.
Gab ihn Tripp.
Er zog dran.
"Was treibt ihr eigentlich gerade?"
- "Siehst du das nicht?"
"Doch.
Darf ich mit machen?"
Liz holte ihre Hand aus meiner Hose, und guckte Tripp an.
"Und deine Freundin?"
- "Die macht gleich mit!"
"Sicher?"
Ich hielt mich heraus, griff nach dem qualmenden etwas, das wir eben noch Joint nannten und zog daran. Gott, war ich mit einem mal high.

Freitag, 30. April 2010

Menschlichkeit und Zerstörungswut [Eine Unterhaltung zwischen Überlebenden der Apokalypse]

"Warum quälen sich die Menschen jeden Tag? Warum fragt eigentlich keiner wieso und weshalb das so ist?
Wir treffen Leute. Jeden Tag siehst du Menschen die du nie zuvor in deinem Leben gesehen hast. Manchmal fragst du dich was diese Personen wohl denken mögen, aber in der Regel ist es dir eigentlich scheißegal. Ganz selten kommt es vor, daß du einen Menschen kennenlernst und einige Zeit mit ihm oder ihr verbringst. Manchmal sogar länger. An diesen Menschen ist für dich etwas besonderes. Verstehst du das? " - ich nickte - "Das sind die Menschen, die sich nicht selbst quälen. Diese Menschen quälst du, obwohl du ihnen sagst, du würdest sie lieben.
Und jetzt kommt der springende Punkt an der ganzen Sache. Ich glaube ich habe eine stichhaltige Theorie warum das alles so abläuft.
Es gibt Menschen die stark sind, und das sind jene, die von sich selbst aus nicht stark sind; und es gibt solche die einfach nur ihr Leben durchführen, Erfolg haben aber innerlich einfach nicht diese Mentale stärke besitzen.
Du, mein lieber Wolf, bist einer der ersteren Kategorie. Du arbeitest ständig an dir selbst und hast nie das Gefühl ganz mit dir zufrieden zu sein und du bist ein Zerstörer."
Je mehr Soma über dieses Thema redete, desto logischer erschien es mir und ich kam nicht umhin darüber nachzusinnen, was er sagte.
"Und wo ist die moralische Seite an dem ganzen?", fragte ich ihn.
"Moral? Du meinst doch nicht etwa diese christlich verklärte, pseudoreale, indoktrinierte Pfaffenscheiße, mit der mir meine Mutter ständig auf den Sack geht. Das gibt es in der realen Welt nicht, mein Freund."
Ich blickte ihn an.
"Gut Soma, aber wenn du sagst es gäbe keine Moral, worin ich dir beipflichten muß, dann hast du jetzt wohl eine Theorie geschaffen die recht stichhaltig ist, aber nicht neu.
...
Siehe Evolution."
Er grinste, sah mich an, trank von seinem Bier, holte geflissen eine Zigarette aus seiner Schachtel nur um mir dann lachend zu sagen: "Hast recht, Alter. Noch'n Bier?"
"Klar!"
Er griff unter seinen Stuhl und stellte mir ein Corona vor die Nase.
"Wo ist eigentlich Liz?", fragte er.
"Zuletzt hab ich sie mit Rike gesehen." Und ich konnte mir denken, was die beiden gerade trieben, aber das machte mir nichts aus.
"Ah ich verstehe."
Er grinste, wir stießen an und gingen auf die Veranda.
"So nun aber mal folgendes: Wir verletzen uns also alle gegenseitig und was dann? Sollen wir etwa dazu übergehen uns wie die Tiere zu vernichten?"
"Nein. Leute wie du und ich sind stark genug um niemanden vernichten zu müssen. Wir sitzen da, gucken zu, trinken unser Bier, Tee, Kaffee, whatever - und wir warten ab. Dann wenn die andren sich vernichtet haben, sind wir am Zug."
Ich nickte.
Plötzlich hielt mir jemand die Augen zu.
Liz' warme Stimme säuselte mir ins Ohr: "Und hast du mich vermißt, Baby?"
Ihr Atem roch leicht nach Muschi und Alkohol, aber das war mir egal solange ihre Vagina nicht nach dem Schwanz irgendeines andren roch.
Ich drehte mich um, küßte sie und streichelte ihr Gesicht.
"War's schön Baby?"
"Ja, aber kein Vergleich zu dir." Sie grinste und griff nach meinem Bier.

Donnerstag, 25. März 2010

Guten Morgen Darling

"Der Amokfahrer, der dieses Wochenende ganz Europa den Atem anhalten ließ, erlag heute Nacht im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Wir geben Ihnen jetzt nochmal einen Überblick über die Ereignisse ..."
Ich schaltete um und um und um ... Überall brachten sie diesen Mist. Es nervt einfach, wenn man die ganze Zeit nur diese depressive Kacke aufgetischt bekommt. Ich legte eine CD ein und öffnete mein Bier zu den Klängen von irgendeiner Heavy-Metal-Schwuletten-Kreischgesang-Fuck-Band. Liz lag auf dem Bett und bequemte sich nun langsam auch sich zu bewegen und aufzustehen. Ich rauchte und ließ mich von der Sonne grillen.
"Mach mir doch bitte auch ne Kippe, Wolfi." hörte ich sie murmeln, während sie sich strekte und aufsetzte. "Wie lang, biste denn schon wach?" Ich schaute sie an, lächelte und drehte Wortlos eine Zigarette. Dafür, daß dieser spontane One Night Stand nun schon 5 Tage ging, waren wir beide uns noch recht unbekannt miteinander, aber es machte Spaß und sie wurde mir mit jeder Stunde sympathischer. Eins A!
Sie stand auf und setzte sich auf meine Schoß. Ich gab ihr die Zigarette und sie zündete sie an. "Hast du meine Frage nicht verstanden?" - "Doch schon, aber irgendwie weiß ich es grad nicht. Es dürften schon 2 oder 3 Stunden sein." - "Und was hören wir da grad? Das ist ja schreckliches Zeug."
Ich zuckte mit den Schultern und warf einarmig eine andre CD ein und plötzlich wurden wir von den einlullenden Buldozerholzereien von Brodequin umschwirrt.
PLING! - da fing auch schon der IM an zu nerven. Kaum ist es zwölf Uhr und schon sind alle Leute wach und wollen irgendwas. Neue Nachricht von Tripp.
"Gude. Hast du bock auf die Party bei Floppy heute?"
Ich drückte meine Kippe aus und Antwortete schnell: "Jau klar. Ich bring Liz mit ;-)"
"Hahahaha ... Ist die immer noch bei dir?"
Liz las mit und mußte lachen. "Sag ihm mal, daß du mich unbedingt um dich brauchst und ich dich nicht allein lassen kann."
"Schreib ihm das mal selbst, Baby. Ich werd jetzt schnell zum Bäcker. Wir brauchen schließlich Frühstück."
Sie ließ mich aufstehen und ich zog mir meine Essengeldtreter an. Dann warf sie sich mir um den Hals und gab mir eine Kuß den ich genußvoll erwiderte. "Bring mir Croissants mit, Darling." - "Ja mach ich." Ich lächelte und sie strahlte mich mit ihren rehbraunen Augen an.

Also ab an die frische Luft. Die Sonne stand hoch am blauem Himmel und ich mußte feststellen, daß der Terminus "frische Luft" nicht ganz stimmte. Es war ein wahrlicher Backofen hier draußen. Die Luft auf dem Asphalt flimmerte und ich verspürte dieses gewisse Brennen auf dem Nasenrücken. Nach ein paar hundert Metern war ich allerdings bereits im Backshop und konnte den wirklich erfrischenden Lufthauch des Ventilators im Kundenbereich genießen.
Ich begrüßte die kleine dickliche Frau hinter der Theke "Guten Tag Frau Schröder, Wie geht es Ihnen heute?"
"Gut geht es mir. Und dir, Wolf?"
Ich schaute sie grinsend an. "Mir geht es wunderbar. Ich hätte gern zwei einfache Brötchen, zwei Croissants und zwei Becher Kaffee zum Mitnehmen." Sie begann das Brot einzupacken und machte dann die zwei Kaffee.
"Hast du immer noch dieses hübsche Mädchen zu Besuch, das am Montag mit dir hier war?" - "Ja Frau Schröder und es ist eine tolle Zeit mit ihr."
Sie gab mir die Waren und ich bezahlte sie.
"Auf Wiedersehen und einen schönen Tag noch."
"Dir auch, mein Junge. Laß es dir gut gehen."

Als ich wieder zurück war, hatte Liz schon den Tisch gedeckt. Sie küßte mich zur Begrüßung und nahm mir den Kaffee und das Brot ab.
"Tripp holt uns in zwei Stunden ab und Floppy hat angerufen. Er sagt wir sollen Grillfleisch mitbringen und nicht wieder auf der Toilette vögeln, wie letzte Woche."
Ich sah sie an und zog meine linke Augenbraue hoch, während ich mein Brot aufschnitt. "Ach haben wir das?"
"Nein, wir waren im Zimmer seiner Eltern, aber das wollte ich ihm jetzt nicht sagen." Sie lachte und steckte mich sofort damit an. Auch wenn sie wie ein Raubtier aß, war sie eine echte Bombe. Alles an ihr stimmte. Ich konnte mich über alles mit ihr unterhalten und ich genoß ihre Gegenwart einfach. So etwas passiert einem auch nicht alle Tage.
Ich aß auf und trank meinen Kaffee. Liz stand auf stellte sich hinter mich. Sie legte ihre Hände auf meine Schultern und begann mich zu massieren. Genau das hatte ich jetzt gebraucht.
"Hmmmmnnn ... das machst du gut." sagte ich und legte meinen Kopf in den Nacken und sie küßte mich auf die lippen. Dann zog sie mich hoch, nahm mich an die Hand und zog mich in die Dusche wo wir uns prompt unserer Kleider entledigten. Wir begannen uns zu duschen und scherzten. Dann schaute sie mich plötzlich an und sagte nur: "Fick mich, Baby!" Ließ ich mir das zwei mal sagen? Natürlich nicht und schon war mein Schwanz tief in ihrer Muschi versenkt.
Nach etwa einer halben Stunde waren wir dann fertig mit duschen und dem Drumherum.
Irgendwann klopfte dann Tripp an der Tür und holte uns ab.

Freitag, 19. März 2010

Da war doch noch was ...

Wir saßen in dem blauen Subaru und flogen mit fast 200 Sachen die A 66 entlang. Es war ein sonniger Sommertag und ich saß unangeschnallt auf dem Beifahrersitz, trank lauwarmes 5,0 und blickte über den Rand meiner Sonnenbrille zu Tripp hinüber der ebenfalls oben ohne und unangschnallt da saß. Aus dem Autoradio brüllte die erste Korn-CD und wir trugen beide ein vorfreudiges Grinsen im Gesicht.
Ich drehte leiser und fragte: "Willst du auch eine Kippe?"
"Ja klar!" kam die Antwort, wie aus der Pistole geschossen.
Ich drehte also zwei Zigaretten, zündete sie an und reichte Tripp seine hinüber.
"Sag mal", meinte er, "wenn ich jetzt 'ne Vollbremsung machen würde - was würde dann passieren?"
"Gegenfrage: Bist du noch voll von gestern?"
"Jap, aber nun sag mal, was würde dann passieren?"
Ich schaute ihn an und mußte lachen. "Ich denke wir würden eine 300 Meter lange Bremsspur auf dem Asphalt hauen und dann mit geplatzten Reifen ins Trudeln kommen, nach dem wir eine der größten Massenkarambolagen hinter uns erzeugt haben, die man seit langem gesehen hat."
Dann grinste ich noch breiter: "Anschließend würden wir warscheinlich total unbeschadet aussteigen, unsere Kippen weiter rauchen und müßten zu Fuß weiter; worauf ich allerdings überhaupt keinen Bock habe."
"Okay, dann eben nicht." sagte er breit grinsend. "Und wer ist diese Tusse dahinten?"
"Ich habe nicht die blasseste Ahnung, aber sie lag heute früh neben mir. Also dachte ich mir, wir könnten sie doch mitnehmen."
"Auch wieder wahr. Meinst du sie würd's mit uns beiden treiben?"
Plötzlich kam ein Murren von hinten und ein dunkelblonder Schopf reckte sich nach vorn. "Na dann fragt mich doch einfach, ihr blöden Wichser." Dann beugte sie sich zu mir, gab mir einen Kuß und klaute mir dreisterhand das Bier zwischen den Beinen weg.
"Wie weit ist denn das noch, Wolf?"
"Ey, ich hab keinen Plan. Ich bin genauso voll wie unser Fahrer hier, und der hat auch keine Ahnung."
Tripp schaute mich kurz an: "Wolf, hör auf immer für mich zu sprechen. Und zu dir namenloser Schönheit da auf dem Rücksitz! Ich habe keine Ahnung, wie lange wir noch brauchen."
Ich drehte mich auf dem Beifahrersitz und schaute nach hinten - verdammt sie war echt schön. "Wie heißt du eigentlich nochmal?"
Und sogleich handelte ich mir einen gespielten bösen Blick ein, der sofort von einem Lächeln gefolgt wurde. "Du warst wohl doch besoffener, als ich dachte, Süßer. Mein Name ist Liz und du hast mir gestern Abend noch eine menge Dinge gezeigt, als wir nach der Party bei dir waren."
"Das letzte, woran ich mich erinnern kann, sind zwei Typen, die über rosa Kryptonit geschwafelt haben." sagte ich etwas nachdenklich, "Aber das was du erzählst, klingt gut. Wollen wir das später vielleicht wiederholen und du frischt meine Erinnerungen ein Bisschen auf?"
"Klingt gut!"
"Darf ich mitmachen!" Tripp lachte.
"Du hast mich gestern schon nicht mit dem Arsch angeguckt, du Blödmann." keifte Liz ihn an.
"Tja, Tripp, da hast du deine Antwort." Ich konnte nicht anders, als blöde zu grinsen.
Er schaute mich an und grinste. "Ich glaub, meine Freundin hätte eh was dagegen."
"Sehr gut. Ich dachte schon, du hättest sie vergessen."
Ich machte noch ein Bier auf und zündete mir eine weitere Zigarette an. "Ich glaube das wird ein schöner Tag."