So klar wie Sternenlicht
Spiegel Ich mich
In keinem Gesicht
So widerlich
Und es zerbricht
Das wertlose Ich
Vergesse nicht
Wie der Regen sticht
Auf der Haut im Sternenlicht
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Dienstag, 17. April 2012
Mittwoch, 9. November 2011
Dinner bei Tom - Tom's Abend
von
Herr Vegas
Es war eher ein stummes Gewitter. Man sah zwar die Blitze, wie sie den Himmel für Sekundenbruchteile erleuchteten, jedoch kam es einem eher so vor, als würde irgendwer aus einer dunklen Ecke heraus Fotos schießen. Der Stadtverkehr übertönte einfach den Donner, welcher noch viel zu weit weg erschien. Der Regen war nach Tagen endlich ein richtiger Regen geworden. Ergiebig. Große Tropfen klatschten um mich herum auf das Kopfsteinpflaster und hinterließen winzig kleine Pfützen bei jedem Aufschlag. Die letzten Tage war es eher ein Nieselregen und die Kleidung war durchgeweicht und man wusste überhaupt nicht warum. Durch den Regen brachen sich die suchenden Lichter von Scheinwerfern, die sich langsam auf dem Parkplatz nach vorn tasteten. Es wehte bloß ein schwacher, aber dennoch recht kalter Wind. Ungewöhnlich für mitte Juli. Erschrocken warf ich meine Zigarette weg, welche in den letzten paar Minuten langsam vor sich hin glomm, anstatt von mir geraucht zu werden. Ich hasse Brandnarben, die schmerzen noch tagelang. Ich hatte zwar keine Lust noch eine zu rauchen, zündete mir jedoch umgehend danach eine Weitere an, nur aus diesem Gedanken, eine Kippe aufzurauchen, da es mir ansonsten immer so unfertig vor kam. Nach zwei Zügen und einem kurzen Blick auf die Uhr, verwarf ich den Gedanken den Glimmstängel leerzusaugen und flüchtete zurück durch die Tür des Personaleingangs.
"Tom, die Kunden stapeln sich fast schon."
"Hm, ich geh' gleich vor."
"Irgendwie geht's dir in letzter Zeit nicht ganz so gut, hab' ich das Gefühl."
"Später, Martha, ja?"
Martha war das Mädchen aus der Vorschicht. Wir arbeiteten beide in der selben Tankstelle. Ich setzte diese überaus alberne Mütze und ein gekünseltes Lächeln auf und stellte mich hinter den Tresen. "So, wer ist denn der nächste?"
"Tom, die Kunden stapeln sich fast schon."
"Hm, ich geh' gleich vor."
"Irgendwie geht's dir in letzter Zeit nicht ganz so gut, hab' ich das Gefühl."
"Später, Martha, ja?"
Martha war das Mädchen aus der Vorschicht. Wir arbeiteten beide in der selben Tankstelle. Ich setzte diese überaus alberne Mütze und ein gekünseltes Lächeln auf und stellte mich hinter den Tresen. "So, wer ist denn der nächste?"
Donnerstag, 1. September 2011
Klick
von
Das Chris
Da ist er, der berühmte nächste Morgen, an dem man eigentlich durch Kopfschmerzen und Schnapsatem hindurch sowas wie eine universale Wahrheit zu erkennen glaubt. Der Moment wenn man merkt, dass etwas "Klick" gemacht hat und plötzlich alles wieder gut ist. Aber Bullshit. Nichts ist gut, mein Atem riecht nach Kotze und Schnaps, mein Kopf fühlt sich an wie ein Fledermausnest in einer läutenden Kirchenglocke, aber da hört die Verwandschaft zu dem von früher bekannten Nächster-Morgen-Gefühl auch schon auf. Der Schalter ist kaputt, er macht nicht "Klick", sondern höchstens noch "Krx". Irgendwas hat ihn verklebt oder verkantet. Hab ich ihn vielleicht selbst mit ner halben Rolle Panzerband festgetaped, weil ich Angst hab vor diesem leisen, aber bestimmten "Klick"?
Ratlos stolpere ich zum Waschbecken und halte den Kopf unter eiskaltes Wasser, aber außer noch mehr Kopfschmerzen bringts nichts. Wie fängt man denn so einen Tag an? Keine Ahnung, keine Erfahrung damit. Rastlos tigere ich durchs Haus, stoße zweimal fast mit Frank zusammen, der irgendwas sucht, trinke zwei Tassen Kaffee, muss davon kotzen, will mir ne Tüte bauen, muss aber feststellen dass das Gras verschwunden ist (das sucht Frank also), begnüge mich mit ner filterlosen Zigarette, muss husten, schlucke den Kotzreiz gerade noch so wieder runter, fühl mich scheiße. Einfach scheiße. Nicht antriebslos oder gelangweilt oder depressiv, auch nicht einsam (hab ja Frank, der immer verzweifelter rumrennt), sondern einfach nur so als wär ich schon tot, ohne dass mans meinem Körper schon gesagt hat...
Ratlos stolpere ich zum Waschbecken und halte den Kopf unter eiskaltes Wasser, aber außer noch mehr Kopfschmerzen bringts nichts. Wie fängt man denn so einen Tag an? Keine Ahnung, keine Erfahrung damit. Rastlos tigere ich durchs Haus, stoße zweimal fast mit Frank zusammen, der irgendwas sucht, trinke zwei Tassen Kaffee, muss davon kotzen, will mir ne Tüte bauen, muss aber feststellen dass das Gras verschwunden ist (das sucht Frank also), begnüge mich mit ner filterlosen Zigarette, muss husten, schlucke den Kotzreiz gerade noch so wieder runter, fühl mich scheiße. Einfach scheiße. Nicht antriebslos oder gelangweilt oder depressiv, auch nicht einsam (hab ja Frank, der immer verzweifelter rumrennt), sondern einfach nur so als wär ich schon tot, ohne dass mans meinem Körper schon gesagt hat...
Something About Us
von
Das Chris
Mein Kopf fühlte sich an, als hätte irgendein verrückter Doc mir mit einem Laser jede zweite Zelle aus dem Hirn gebrannt. Leer fühlte es sich da oben an, verbrannt und irgendwie neblig. Ein leises Klappern hinter mir ließ vermuten, dass jemand versuchte, die Tür zu öffnen ohne dabei den Stuhl umzuwerfen, den ich davorgeschoben hatte, aber ich machte mir nicht die Mühe mich umzudrehen, sondern starrte weiter die bunt vor dem dunkelblauen Novembernachthimmel schimmernde Skyline an. "Weißt du Mann, manchmal is es zwar die Richtige, aber man selbst is nich der Richtige.", nuschelte Pete, lehnte sich rücklings an das Stahlgeländer und schob die Zahnbürste vom linken in den rechten Mundwinkel. "Ey!", blaffte ich ihn an, "Seh ich echt so aus wie jemand, der Beziehungstipps braucht von nem Typ, der seit zwei Tagen mit ner Zahnbürste in der Fresse rumrennt?!" Kurz starrte Pete mich ratlos aus seinen stahlfarbenen Augen an, grinste dann und hielt mir die Zahnbürste hin. "Willst du auch mal? Du stinkst wie ein Penner." Ich stierte ihn an. "Verpiss dich." Die Worte hatte ich eigentlich nur denken wollen, aber Petes einfaches Gemüt schien mir zu verzeihen, noch bevor ich auch nur an eine Entschuldigung denken konnte. "Okay, sag Bescheid wenn du was brauchst. Oder wenn dir jemand deine ungewaschenen Haare halten muss." Ohne ein weiteres Wort schob er sich die Zahnbürste wieder in den Mund, lächelte und verzog sich nach drinnen. Kurz überlegte ich, ihm nachzurufen, entschied mich dann aber doch dagegen, zog ein Haargummi aus der Tasche, band mir die Haare hinten zu einem Zopf zusammen und kotzte mal wieder auf die Straße.
Während ich noch hustend die letzten Reste Magensäure hochwürgte, schoss mir durch den Kopf, dass Pete vielleicht gar nicht so sehr daneben gelegen hatte mit dem was er gesagt hatte. Natürlich war sie die Richtige. Aber war ich der Richtige? Und war die Zeit die richtige? Was hieß überhaupt richtig oder falsch? Kotzebrocken von den Mundwinkeln wischend beschloss ich, der Richtige zu sein. Gleich ab morgen früh...
Während ich noch hustend die letzten Reste Magensäure hochwürgte, schoss mir durch den Kopf, dass Pete vielleicht gar nicht so sehr daneben gelegen hatte mit dem was er gesagt hatte. Natürlich war sie die Richtige. Aber war ich der Richtige? Und war die Zeit die richtige? Was hieß überhaupt richtig oder falsch? Kotzebrocken von den Mundwinkeln wischend beschloss ich, der Richtige zu sein. Gleich ab morgen früh...
Sonntag, 22. Mai 2011
Amphetamin 1
von
Herr Vegas
Sind wir denn nicht alle nur so etwas wie diese eigenartigen Hüllen, welche um die Zigarren sind, um sie aufzubewahren? Um irgendetwas in uns frisch zu halten, das es nicht verfällt? Wir klammern uns an den Gedanken, das der Inhalt so lang wie möglich erhalten bleibt, jedoch sind wir, wie eben schon erwähnt, die rostende Hülle und das Klammern und Krebsen bringt gar nichts, denn die Verpackung verfällt und wird dann irgendwann von der Tabakwarenhändlerin weggeworfen.
Als ich meinen Kopf aus dem heruntergelassenen Fenster strecke, um einen Atemzug dieser Nachtluft zu inhalieren, tropfen mir die ersten, sporadisch fallenden Regentropfen dieses angebrochenen und angekotzten Morgens auf die Stirn und scheinen direkt auf meinem Gesicht zu versieden. Überhitzt, übernachtet, überlebt, einfach nur überallest. Ich drücke mit einer fast schon paranoiden Agression den Fensterheber und die Scheibe fährt mit der Gemütsruhe eines Rentners nach oben. In mir brodeln die letzten Spuren der vergangenen Nacht, mein Magen weist ein, durch zu viel Druckbetankung resultierendes Völlegefühl vor und in meinem Gaumen hat sich ein nicht wegspülbarer Restgeschmack des Speeds breitgemacht. Ich beuge, einer Kotzbewegung ähnlich, meinen Oberkörper in Richtung Fußraum und suche in meinem Rucksack nach der einen verbleibenden Flasche Bier. Die Gelenke meines rechten Mittelfingers bluten, da ich den ganzen Abend die Flaschen mit dem dort befindlichen Ring öffnete. So auch jetzt. Der herbe Geschmack dieses Gesöffs komplettiert den Ekel in meinem Mundraum, dennoch behalte ich die überteuerten Getränke inne.
Wer zur Hölle spielt in diesem Moment Passenger von den Deftones? Wieso macht der Fahrer so etwas? Und allgemein, warum schweigt er? Und die wichtigste aller Fragen: warum hab ich sie heute Nacht gehen gelassen?
Als ich meinen Kopf aus dem heruntergelassenen Fenster strecke, um einen Atemzug dieser Nachtluft zu inhalieren, tropfen mir die ersten, sporadisch fallenden Regentropfen dieses angebrochenen und angekotzten Morgens auf die Stirn und scheinen direkt auf meinem Gesicht zu versieden. Überhitzt, übernachtet, überlebt, einfach nur überallest. Ich drücke mit einer fast schon paranoiden Agression den Fensterheber und die Scheibe fährt mit der Gemütsruhe eines Rentners nach oben. In mir brodeln die letzten Spuren der vergangenen Nacht, mein Magen weist ein, durch zu viel Druckbetankung resultierendes Völlegefühl vor und in meinem Gaumen hat sich ein nicht wegspülbarer Restgeschmack des Speeds breitgemacht. Ich beuge, einer Kotzbewegung ähnlich, meinen Oberkörper in Richtung Fußraum und suche in meinem Rucksack nach der einen verbleibenden Flasche Bier. Die Gelenke meines rechten Mittelfingers bluten, da ich den ganzen Abend die Flaschen mit dem dort befindlichen Ring öffnete. So auch jetzt. Der herbe Geschmack dieses Gesöffs komplettiert den Ekel in meinem Mundraum, dennoch behalte ich die überteuerten Getränke inne.
Wer zur Hölle spielt in diesem Moment Passenger von den Deftones? Wieso macht der Fahrer so etwas? Und allgemein, warum schweigt er? Und die wichtigste aller Fragen: warum hab ich sie heute Nacht gehen gelassen?
Freitag, 25. März 2011
Gedankensuppe
von
/root
Staub und Straßendreck kleben an der Scheibe. Vormalige Wassertropfen haben kleine trübe Kreise geformt. Für den Moment bannen sie mich, wie eines dieser Kinderspiele bei denen man nummerierte Punkte durch Linien verbindet um ein Bild zu erhalten. Allerdings ergeben sie dieses Mal nur Chaos.
Ich spüre das sanfte goldene Licht der Frühlingssonne und schmecke den säuerlichen Nachgeschmack der Plörre, die sich lauthals Bier schimpfen ließ, jedoch allenfalls dem Begriff bierähnliches alkoholisches Spülwasser Rechnung pflichtet.
Die Stadt zieht an mir vorbei während Heretoir meine Ohren verwöhnen und mich nicht zuletzt in eine nahezu angenehme Mischung aus Ästhetik und Melancholie eintauchen, als wäre ich eines dieser gebackenen Bananenstückchen, welche immer noch ein Mal in Honig gebadet werden bevor man sie verzehrt. Allein dieses Gedanken wegen müßte ich vielleicht doch einmal wieder zum Chinesen. Ich war ja eh schon lange nicht mehr mit geliebten Menschen in einem Restaurant.
Gedankliche Stille frißt mich, zerrt sich, während der Bus für einen Moment auf Hochtouren läuft und sogar die Musik meines mp3-Players brachial übertönt.
Ein kurzer Blick genügt – nur ein kurzer Blick. Bis eben ist sie mir nicht aufgefallen. Aber da saß sie wieder. Manchmal zeigt sie sich durch Eindrücke, andere Male ist sie beinahe materiell. Dann sitzt sie vielleicht wie ein Geist neben mir. Ihre Küsse schmecken bitter wie der Rauch von Zigaretten, aber in diesen Momenten ist es als hätte ich nie etwas schöneres geschmeckt. Brennendes Eis.
Ihre Umarmung in diesem Moment schmerzt, obwohl es die erste ist, die ich seit geraumer Zeit spüre.
„Vielleicht solltest du die Einsamkeit heiraten!“ sagt eine sarkastische Stimme in meinem Kopf.
„Fick dich!“ antworte ich.
Ich spüre das sanfte goldene Licht der Frühlingssonne und schmecke den säuerlichen Nachgeschmack der Plörre, die sich lauthals Bier schimpfen ließ, jedoch allenfalls dem Begriff bierähnliches alkoholisches Spülwasser Rechnung pflichtet.
Die Stadt zieht an mir vorbei während Heretoir meine Ohren verwöhnen und mich nicht zuletzt in eine nahezu angenehme Mischung aus Ästhetik und Melancholie eintauchen, als wäre ich eines dieser gebackenen Bananenstückchen, welche immer noch ein Mal in Honig gebadet werden bevor man sie verzehrt. Allein dieses Gedanken wegen müßte ich vielleicht doch einmal wieder zum Chinesen. Ich war ja eh schon lange nicht mehr mit geliebten Menschen in einem Restaurant.
Gedankliche Stille frißt mich, zerrt sich, während der Bus für einen Moment auf Hochtouren läuft und sogar die Musik meines mp3-Players brachial übertönt.
Ein kurzer Blick genügt – nur ein kurzer Blick. Bis eben ist sie mir nicht aufgefallen. Aber da saß sie wieder. Manchmal zeigt sie sich durch Eindrücke, andere Male ist sie beinahe materiell. Dann sitzt sie vielleicht wie ein Geist neben mir. Ihre Küsse schmecken bitter wie der Rauch von Zigaretten, aber in diesen Momenten ist es als hätte ich nie etwas schöneres geschmeckt. Brennendes Eis.
Ihre Umarmung in diesem Moment schmerzt, obwohl es die erste ist, die ich seit geraumer Zeit spüre.
„Vielleicht solltest du die Einsamkeit heiraten!“ sagt eine sarkastische Stimme in meinem Kopf.
„Fick dich!“ antworte ich.
Dienstag, 15. März 2011
Prag Off - Prolog
von
Herr Vegas
Die Geschichte beginnt, wie Geschichten nun einmal beginnen. Ich schlage meine Augen auf und atme ein. Es schein mir, als wäre es der erste Atemzug, den ich je in meinem Leben machen würde. Gerade eben jagten mich noch Schemen durch eine eisige Dunkelheit, Einsamkeit. Kein Ausweg, nur rennen. Doch nun bin ich wach und meine verschwommenen Augen blicken gen Decke. Um mich herum herrscht Stille. Keine Stille, die durch ein sporadisches Vorbeifahren eines Autos erfrischt wird. Nein, diese Stille ist so taub und drückend wie ein traumloser Schlaf. Der Tinitus, welcher sich in diesem Moment in meinem Kopf breit macht, verstärkt dieses Gefühl von Nichts. Ein plumpes, weit entferntes Erschüttern des Bodens ist zu hören. Es scheint jemand eine Treppe hinauf zu laufen. Eine Treppe, welche mir ebenso unbekannt ist, wie dieses Bett, in welchem ich gerade liege. Die Tür wird sanft geöffnet und eine in Slip und Shirt bekleidete Frau, man möchte sie nicht mehr Mädchen nennen, dafür hat sie schon viel zu weibliche Züge, bringt mir eine dampfende Tasse Kaffee, dekoriert mit einem verführerischen Lächeln und den Worten "Den brauchst du jetzt sicherlich." Ich richte mich auf und nehme ihr den heißen Tonkrug mit der Aufschrift "für meine Schatz" aus der Hand. Noch kann ich nicht so ganz verstehen, weswegen ich in ihrem Bett liege. Sie ist der Inbegriff jeglicher jemals gesehenen Schönheiten. Schwarzes, etwa schulterlanges Haar, welches sich ein wenig an den Spitzen kräuselt und huskyblaue Augen. sie trägt einen kleinen Leberfleck an der linken Oberseite ihrer Lippe und ihr Dekollete ist in den verschiedensten Farben tättowiert. Als ich weiterhin wortlos auf diese Tasse starre, fängt sie an zu kichern und schafft es dennoch zwischen diesen beschämenden Lauten ein "du hast absolut keine Ahnung wer ich bin und wie du hier her gekommen bist, oder?" einzubauen. "Das hast du erfasst.", sage ich mit einer kratzigen Stimme, die klingt, als hätte ich ein ganzes Festivalwochenende hinter mir. "Wir waren gestern zusammen auf dieser Party."
Party? "Irgendwann warst du ziemlich betrunken und jemand fragte mich, ob du nicht bei mir im Gästezimmer schlafen könntest. Allerdings warst du echt so süß, dass ich dich eher mit zu mir ins Bett genommen habe. Und ich wette gerade im Moment bereust du deine fehlenden Erinnerungen, weil du danach sagtest, dass es der beste Sex deines Lebens war." Ich schlürfe monoton den ersten Schluck dieser bitteren, braunen Koffeinsuppe und frage mich ob sie mich einfach nur auf den Arm nimmt oder ich wirklich wieder im Blackout irgendwelche Frauen vernascht habe. "Naja, ist ja auch egal. Meine Eltern kommen gleich von meiner Tante wieder und deswegen solltest du dich schnellstmöglich auf den Weg nach Haus machen." Ich exe meine Tasse Kaffee und tue wie mir geheißen. Auf der Türschwelle drehe ich mich noch einmal um und schaue mir dieses schwarzhaarige Stück himmel noch einmal an. "Wie heißt du eigentlich?", frage ich sie. "Tut das was zur Sache?", antwortet sie und gibt mir eine Zigarette und einen Kuss mit auf den Weg.
Die Sonne versucht sich mit aller Kraft vom Horizont abzustoßen, was sie nur in einer eher mäßigen Geschwindigkeit schafft und in der ganzen Stadt ist kein Anzeichen von einem Erwachen zu sehen. Selbst der Bäcker hat noch geschlossen. Meine Füße ziehen mich in Richtung Busbahnhof und meine Augen kleben an Plakatwänden, Graffitis und Schaufensterwerbung. Wenn der Tag gerade erst begonnen hat, dann hat jeder Anblick, ganz egal welcher, eine ganz besondere Mystik, finde ich. Ich setze mich auf eine Parkbank inmitten der Stadt und zünde mir die Zigarette dieser Namenlosen an. Dann überprüfe ich meine Taschen. Mein Geldbeutel, meine eigenen Kippen und mein Zippo sind noch da, jedoch ist mein Handy irgendwo seit gestern 20:00 Uhr und heute früh um fünf auf Wanderschaft gegangen. Ich stütze meine Kopf auf meine Hände, reibe mir mit den kleinen Fingern die Augen und massiere mit der restlichen Hand meinen Kopf. Es ist noch so, als hätte mir jemand Klettverschlüsse an die Augenlider montiert denn jedes Mal, wenn ich sie schließe, weigern sie sich, sich wieder zu öffnen. Meine Haare sehen sicherlich total zerwüstet aus und deswegen erhebe ich mich nur wegen dem Gedanken mir die Haare zu kämmen von der Parkbank und laufe weiter nach Haus. Was für eine dreckige Stadt.
Party? "Irgendwann warst du ziemlich betrunken und jemand fragte mich, ob du nicht bei mir im Gästezimmer schlafen könntest. Allerdings warst du echt so süß, dass ich dich eher mit zu mir ins Bett genommen habe. Und ich wette gerade im Moment bereust du deine fehlenden Erinnerungen, weil du danach sagtest, dass es der beste Sex deines Lebens war." Ich schlürfe monoton den ersten Schluck dieser bitteren, braunen Koffeinsuppe und frage mich ob sie mich einfach nur auf den Arm nimmt oder ich wirklich wieder im Blackout irgendwelche Frauen vernascht habe. "Naja, ist ja auch egal. Meine Eltern kommen gleich von meiner Tante wieder und deswegen solltest du dich schnellstmöglich auf den Weg nach Haus machen." Ich exe meine Tasse Kaffee und tue wie mir geheißen. Auf der Türschwelle drehe ich mich noch einmal um und schaue mir dieses schwarzhaarige Stück himmel noch einmal an. "Wie heißt du eigentlich?", frage ich sie. "Tut das was zur Sache?", antwortet sie und gibt mir eine Zigarette und einen Kuss mit auf den Weg.
Die Sonne versucht sich mit aller Kraft vom Horizont abzustoßen, was sie nur in einer eher mäßigen Geschwindigkeit schafft und in der ganzen Stadt ist kein Anzeichen von einem Erwachen zu sehen. Selbst der Bäcker hat noch geschlossen. Meine Füße ziehen mich in Richtung Busbahnhof und meine Augen kleben an Plakatwänden, Graffitis und Schaufensterwerbung. Wenn der Tag gerade erst begonnen hat, dann hat jeder Anblick, ganz egal welcher, eine ganz besondere Mystik, finde ich. Ich setze mich auf eine Parkbank inmitten der Stadt und zünde mir die Zigarette dieser Namenlosen an. Dann überprüfe ich meine Taschen. Mein Geldbeutel, meine eigenen Kippen und mein Zippo sind noch da, jedoch ist mein Handy irgendwo seit gestern 20:00 Uhr und heute früh um fünf auf Wanderschaft gegangen. Ich stütze meine Kopf auf meine Hände, reibe mir mit den kleinen Fingern die Augen und massiere mit der restlichen Hand meinen Kopf. Es ist noch so, als hätte mir jemand Klettverschlüsse an die Augenlider montiert denn jedes Mal, wenn ich sie schließe, weigern sie sich, sich wieder zu öffnen. Meine Haare sehen sicherlich total zerwüstet aus und deswegen erhebe ich mich nur wegen dem Gedanken mir die Haare zu kämmen von der Parkbank und laufe weiter nach Haus. Was für eine dreckige Stadt.
Donnerstag, 17. Februar 2011
Schwarz VII
von
/root
„Sieh nicht nach unten.“ sagte der kleine junge, Sonny.
„Hmn?“
„Ja schau nach oben, da ist deine Zukunft!“
Der ältere blickte zum Himmel, welcher in jener klaren Nacht vor Sternen strotzte. Quer über das Firmament bahnte sich die Milchstraße in ihrer ganzen Pracht.
Hätte er damals gewußt, was ihn in seiner – zu jener Zeit noch – Zukunft erwarten würde, er hätte sich wohl nie dazu entschieden Kosmonaut zu werden. Gerade wenn die Beschleunigung für die Überlichtgeschwindigkeit ihre Hauptphase erreicht, wird es wirklich ungemütlich im Weltall. Die Kopfschmerzen gehen gerade so. Das Fiebergefühl ist auch vernachlässigbar. Aber dieser Druck im Magendarmtrakt ist unerträglich. Es fühlt sich wie eine nicht enden wollende Verstopfung an. Ein Gefühl, als würde etwas wirklich gigantisches hindurch kriechen, niemals den Ausgang finden.
Als ihm das ganze zu viel war – es gab keine Mittel gegen diese Art „Raumkrankheit“ – , ließ er sich für ein paar Tage in Stasis versetzen und AMBER übernahm für diese Dauer den Gesamtbetrieb des Schiffes. Dieser verlief ruhig. Praktisch problemlos und sorgenfrei schoß es Unsichtbar für das normale Auge durch die schwärze des Alls, vorbei an Sternen und Planetensystemen, Nebeln und Clustern.
Mit leichtem Druck auf den Schläfen wachte der Mann auf fühlte sich sogar überraschend Fit. Nichts war mehr zu spüren von den Qualen welche ihm vor den paar Tagen in der Kryokapsel das Leben nahezu unerträglich gemacht hatten.
Er entledigte sich der Kabel für die Meßapparaturen und versuchte langsam aufzustehen. Es war schon immer etwas schwierig nach einigen Tagen Kryo wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Aber was muß, das muß eben! Also stand er auf, bewegte sich etwas wacklig zu dem Schrank und begann sich langsam anzukleiden. Dann griff er nach der Schachtel Zigaretten und seinem Buch, welche er einige Tage zuvor auf dem kleinen Tischchen neben der Kurzzeitkryokapsel abgelegt hatte.
„Also Amber. Was liegt an?“ wollte er in den Raum hinein fragen, bekam jedoch nur ein Krächzen aus seiner Kehle heraus.
Im Speiseraum zapfte er sich etwas Wasser und trank es. Dann wiederholte er sein Vorhaben – dieses Mal mit Erfolg.
„SAL – Status: Fehlerfrei. Kryokapseln – Status: Fehlerfrei. Lebenserhaltungssysteme – Status: Fehlerfrei. Zentrale Recheneinheiten – Status: Fehlerfrei.“
Hier unterbrach er das Elektronenhirn. „Danke Amber. Ich werde mir das Textprotokoll ansehen.“
Er setzte sich, strich mit beiden Händen über sein kurzes Haar. Müdigkeit beschlich ihn. Es erschien ihm unwirklich, war jedoch ganz normal nach einem Kryoschlaf. Das Aufwachen war immerhin eine enorme Anstrengung für den menschlichen Körper. Allerdings war keine Zeit zum Schlafen. Er mußte einige Langzeit Experimente, die auf der Reise durchgeführt werden müssen, Vorbereiten.
„Hmn?“
„Ja schau nach oben, da ist deine Zukunft!“
Der ältere blickte zum Himmel, welcher in jener klaren Nacht vor Sternen strotzte. Quer über das Firmament bahnte sich die Milchstraße in ihrer ganzen Pracht.
Hätte er damals gewußt, was ihn in seiner – zu jener Zeit noch – Zukunft erwarten würde, er hätte sich wohl nie dazu entschieden Kosmonaut zu werden. Gerade wenn die Beschleunigung für die Überlichtgeschwindigkeit ihre Hauptphase erreicht, wird es wirklich ungemütlich im Weltall. Die Kopfschmerzen gehen gerade so. Das Fiebergefühl ist auch vernachlässigbar. Aber dieser Druck im Magendarmtrakt ist unerträglich. Es fühlt sich wie eine nicht enden wollende Verstopfung an. Ein Gefühl, als würde etwas wirklich gigantisches hindurch kriechen, niemals den Ausgang finden.
Als ihm das ganze zu viel war – es gab keine Mittel gegen diese Art „Raumkrankheit“ – , ließ er sich für ein paar Tage in Stasis versetzen und AMBER übernahm für diese Dauer den Gesamtbetrieb des Schiffes. Dieser verlief ruhig. Praktisch problemlos und sorgenfrei schoß es Unsichtbar für das normale Auge durch die schwärze des Alls, vorbei an Sternen und Planetensystemen, Nebeln und Clustern.
Mit leichtem Druck auf den Schläfen wachte der Mann auf fühlte sich sogar überraschend Fit. Nichts war mehr zu spüren von den Qualen welche ihm vor den paar Tagen in der Kryokapsel das Leben nahezu unerträglich gemacht hatten.
Er entledigte sich der Kabel für die Meßapparaturen und versuchte langsam aufzustehen. Es war schon immer etwas schwierig nach einigen Tagen Kryo wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Aber was muß, das muß eben! Also stand er auf, bewegte sich etwas wacklig zu dem Schrank und begann sich langsam anzukleiden. Dann griff er nach der Schachtel Zigaretten und seinem Buch, welche er einige Tage zuvor auf dem kleinen Tischchen neben der Kurzzeitkryokapsel abgelegt hatte.
„Also Amber. Was liegt an?“ wollte er in den Raum hinein fragen, bekam jedoch nur ein Krächzen aus seiner Kehle heraus.
Im Speiseraum zapfte er sich etwas Wasser und trank es. Dann wiederholte er sein Vorhaben – dieses Mal mit Erfolg.
„SAL – Status: Fehlerfrei. Kryokapseln – Status: Fehlerfrei. Lebenserhaltungssysteme – Status: Fehlerfrei. Zentrale Recheneinheiten – Status: Fehlerfrei.“
Hier unterbrach er das Elektronenhirn. „Danke Amber. Ich werde mir das Textprotokoll ansehen.“
Er setzte sich, strich mit beiden Händen über sein kurzes Haar. Müdigkeit beschlich ihn. Es erschien ihm unwirklich, war jedoch ganz normal nach einem Kryoschlaf. Das Aufwachen war immerhin eine enorme Anstrengung für den menschlichen Körper. Allerdings war keine Zeit zum Schlafen. Er mußte einige Langzeit Experimente, die auf der Reise durchgeführt werden müssen, Vorbereiten.
Freitag, 11. Februar 2011
Dons Wüste
von
Herr Vegas
Augen auf. Einatmen. Noch einen Blick nach unten. Der Schwindel verflog langsam und ich konnte mich mit einer Hand von dem rostigen Metall lösen, welches einst eine angenehm gelbe Farbe besaß. Langsam drehte ich meinen Kopf rüber zu Don, der ganz beruhigt an einer weiteren rostigen Metallkonstruktion lehnte, den Kopf in den Nacken gelegt, mit einer Kippe im Mund. Um mich herum flimmerte es. Die Hitze war beachtlich für diese Uhrzeit. Die Erde unter uns war nur noch an wenigen Stellen von abgesengten Gras bewachsen, an den staubigen, wie rissiger Lehm erscheinenden Stellen, die bereits durch die Sonne abgebrannt waren, zogen sich kleine Canyons, die wie die Äste eines abgestorbenen Baums aussahen. Die in den Boden gezogenen Spuren unseres weißen Sprinters komplettierten den Millionen von Kilometern entfernt erscheinenden Boden zu einer seufzenden Leere, deren Schatten durch die Morgensonne eher wie utopische Wesen aussahen. "Hey Don?" - "Hm?" Er senkte seinen Kopf und kleine, in Rot getauchte Augäpfel ließen nur einen Blick in meine Richtung erahnen, eher stierte eine Wucht aus Apathie durch mich hindurch, an mir vorbei und spieh Don's Aufmerksamkeit in die weiten Weiten des unfassbar mächtigen Sandkastens um uns herum. "Wieso diese Wüste? Ich meine wieso fuhren wir so lang nur um uns auf einen rostigen Krahn inmitten einer Wüste zu setzen?" Don zwinkerte kurz, breitete seine Arme aus und schloss seine trockenen Augen. "Kannst du irgendwo sonst weiter blicken, ohne den Weg von Hochhäusern versperrt zu bekommen? Wenn du nichts sagst, hörst du dann irgendwas? Geht es hier wirklich um dieses alte Metallkonstrukt inmitten einer Wüste oder eher um die Wüste an sich und den Krahn als einzigen Orientierungsort?" Und so saßen wir noch einige Stunden in Dons Wüste und schwiegen. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, das ein Vogel ganz nah an meinem Ohr vorbeiflog. Aber vielleicht war es auch bloß ein kleiner Windstoß der wollte, dass ich meine Aufmerksamkeit zurück auf das Nichts richte.
Freitag, 28. Januar 2011
Face Down
von
Das Chris
"Es ist immer leichter über das Nicht-Erreichte zu klagen, als das Erreichte zu bewundern.. so sind wir, die bescheidenen Egoisten."
Ihre Worte dringen wie durch einen Nebelschleier in mein Gehirn vor, aber noch bevor mein angeschlagenes Bewusstsein auf sie reagieren kann, bevor ich ihr sagen kann, dass sie so verdammt recht hat, dass es wehtut, dass ich bescheidener Egoist der mir entgangenen Chance sie zu ficken hinterhertrauere, anstatt mich zu freuen, dass sie mit mir spricht, mich überhaupt erst ansieht, noch bevor ich merke, dass mir womöglich in genau diesem Augenblick eine weitere Chance entgeht, spüre ich das in der Speiseröhre brennende Gemisch aus Magensäure und Galle in mir hochkochen und kotze ihr die rot-gelbe, nach Alkohol, Galle und Blut stinkende Flüssigkeit auf die Füße.
Ich murmele etwas wie "Wer is eigentlich Ben?", und stolpere in die schützende Dunkelheit, in die im Feuerschein tanzenden Schatten des Waldes davon.
Toll. Also voraussichtlich wieder ein Abend der damit endet, dass ich neben einer bedeutungslosen Schlampe nach einer bedeutungslosen Nummer einschlafe. Vielleicht wache ich auch morgen nicht zusammengekauert in den nach Schweiß stinkenden Armen einer bedeutungslosen Schicksalsgefährtin auf, sondern in den nach Kotze stinkenden Überresten einer fast völlig bedeutungslosen Nacht. Aber ganz bestimmt heißt der Song in meinem Kopf wieder "Face Down" ...
Ihre Worte dringen wie durch einen Nebelschleier in mein Gehirn vor, aber noch bevor mein angeschlagenes Bewusstsein auf sie reagieren kann, bevor ich ihr sagen kann, dass sie so verdammt recht hat, dass es wehtut, dass ich bescheidener Egoist der mir entgangenen Chance sie zu ficken hinterhertrauere, anstatt mich zu freuen, dass sie mit mir spricht, mich überhaupt erst ansieht, noch bevor ich merke, dass mir womöglich in genau diesem Augenblick eine weitere Chance entgeht, spüre ich das in der Speiseröhre brennende Gemisch aus Magensäure und Galle in mir hochkochen und kotze ihr die rot-gelbe, nach Alkohol, Galle und Blut stinkende Flüssigkeit auf die Füße.
Ich murmele etwas wie "Wer is eigentlich Ben?", und stolpere in die schützende Dunkelheit, in die im Feuerschein tanzenden Schatten des Waldes davon.
Toll. Also voraussichtlich wieder ein Abend der damit endet, dass ich neben einer bedeutungslosen Schlampe nach einer bedeutungslosen Nummer einschlafe. Vielleicht wache ich auch morgen nicht zusammengekauert in den nach Schweiß stinkenden Armen einer bedeutungslosen Schicksalsgefährtin auf, sondern in den nach Kotze stinkenden Überresten einer fast völlig bedeutungslosen Nacht. Aber ganz bestimmt heißt der Song in meinem Kopf wieder "Face Down" ...
Mittwoch, 12. Januar 2011
Tandemluftballong
von
Das Chris
So sitz ich hier also: Vier Biere und mehrere Schnäpse in der Birne, die Kopfhörer auf den Löffeln, voll aufgedreht, und fahr mir ne Mischung aus Chiptunes, Ambient, Trip-Hop und noch ein paar anderen Underground-Genres rein. Und dabei denke ich an Zeiten, die ich nie erlebt habe, an Momente, die ich so oft geträumt habe, immer in dem Wissen, dass sie an der Grenze zur Wirklichkeit sowieso abgewiesen werden würden und an Gefühle, die so intensiv sind, dass sie mich ganz sicher töten würden wenn ich sie in dieser echten Welt fühlen würde.
Wie von selbst bewegt sich mein Kopf im Groove, meine Augen sind zu, nur ab und an folgen sie meinen Fingern, die auf den schmutzig-weißen Tasten mit den halb verwischten Buchstaben umherhuschen. Ganz weit hinten in meinem Kopf ruft mir etwas zu, ich solle doch einfach so sitzen bleiben, für immer. Ich höre zu. Und immer mehr glaube ich diesem Geist, der mir eine bessere Welt verspricht, eine Welt in der Gefühle nicht durch die Watte der Träume gehen müssen um mein Herz zu finden...
Wie von selbst bewegt sich mein Kopf im Groove, meine Augen sind zu, nur ab und an folgen sie meinen Fingern, die auf den schmutzig-weißen Tasten mit den halb verwischten Buchstaben umherhuschen. Ganz weit hinten in meinem Kopf ruft mir etwas zu, ich solle doch einfach so sitzen bleiben, für immer. Ich höre zu. Und immer mehr glaube ich diesem Geist, der mir eine bessere Welt verspricht, eine Welt in der Gefühle nicht durch die Watte der Träume gehen müssen um mein Herz zu finden...
Donnerstag, 4. November 2010
Wir haben verloren
von
Herr Vegas
wir krümmen uns
auf teppichen
zusammen
um nicht herunterzufallen
zusammen
um nicht allein zu sein
wir verschmelzen uns
mit flüssigem metall
miteinander
sodass unsere extremitäte nie wieder auseinanderreißen
miteinander
um nicht ohneeinander diese wege zu beschreiten
wir schauen in die sterne
und stehen bewegungslos
nebeneinander
um uns die schönsten bilder des nachthimmels zu zeigen
nebeneinander
um nicht allein in die nacht zu fallen
haben wir verloren?
auf teppichen
zusammen
um nicht herunterzufallen
zusammen
um nicht allein zu sein
wir verschmelzen uns
mit flüssigem metall
miteinander
sodass unsere extremitäte nie wieder auseinanderreißen
miteinander
um nicht ohneeinander diese wege zu beschreiten
wir schauen in die sterne
und stehen bewegungslos
nebeneinander
um uns die schönsten bilder des nachthimmels zu zeigen
nebeneinander
um nicht allein in die nacht zu fallen
haben wir verloren?
Donnerstag, 21. Oktober 2010
Spuren im Schnee II
von
Das Chris
Monoton und hypnotisch wummern die Bässe durch meine Eingeweide und hinterlassen ein immer stärker werdendes unzufriedenes Zittern. Ich verlasse die Tanzfläche auf wackeligen Beinen in Richtung Ausgang. Beim Aufstoßen der Tür schlägt mir klirrende Kälte ins Gesicht, krabbelt kurz darauf durch mein schweißnasses Shirt und lässt mich direkt neben der rostigen Stahltür erstarren. Dicke Schneeflocken fallen vom Himmel; "Wie die Asche verbrannter Engelsflügel", schießt mir durch den Kopf, "nach der letzten Schlacht um das Himmelreich."
Ich zünde mir die letzte Zigarette, die ich in dem zerknüllten Softpack finde, an (wie passend) und laufe los, schreibe eine frische Spur in die ansonsten makellose Schneedecke. Irgendwo in der Ferne höre ich ein paar Betrunkene grölen, an einer Straßenecke stehen ein Männlein und ein Weiblein eng umschlungen im Schneegestöber. Ich schlage den Weg in die Felder ein, dorthin wo niemand sonst ist und setze mich schließlich auf die Lehne einer eingeschneiten Bank, sehe auf die Felder und die schwach beleuchteten Straßen hinab und warte auf das für kurz nach zwei Uhr vorhergesagte Ende der Welt.
Ich zünde mir die letzte Zigarette, die ich in dem zerknüllten Softpack finde, an (wie passend) und laufe los, schreibe eine frische Spur in die ansonsten makellose Schneedecke. Irgendwo in der Ferne höre ich ein paar Betrunkene grölen, an einer Straßenecke stehen ein Männlein und ein Weiblein eng umschlungen im Schneegestöber. Ich schlage den Weg in die Felder ein, dorthin wo niemand sonst ist und setze mich schließlich auf die Lehne einer eingeschneiten Bank, sehe auf die Felder und die schwach beleuchteten Straßen hinab und warte auf das für kurz nach zwei Uhr vorhergesagte Ende der Welt.
Mittwoch, 29. September 2010
Diese Situation
von
Herr Vegas
Diese Situation ist schon recht kompiziert, paradox, wenn nicht sogar total furchtbar. Kurze Momentbeschreibung? Man selbst, also in diesem Sinne ich, sitzt/liegt in einer verhältnissmäßig gut bekannten Wohung. Die Party war gut, das Gras hat gut gezogen, der Alkohol bahnt sich noch immer die Wege Richtung Kopf, doch die Emotionen itself, die kann man einfach nicht verrauchen oder vetrinken. Die lösen sich nicht auf. Die sind einfach da und man begreift nicht, wie man einen Heulkrampf vor allen bekommen kann, obwohl man nicht alleine, sondern mit zwei Mädels in einem Zimmer liegt. Nun, eine einfach zu beantwortende Frage: beide sind dem Schlaf verfallen. Vielleicht auch ganz gut so, sonst würde jeder die Memme sehen, die nachts um halb vier so etwas in die Tasten hämmert, um Kopfschmutz wegzuwischen. U2 mit "with or without you" sind nicht förderlich für diese Situation. Ich habe schon oft über erdrückende Gedanken geschrieben, daher eine Erklärung, welche auf die gegenwärtige Situation passt. Stellen Sie sich vor Ihr Kopf sei eine Flasche. Und die Gedanken sind kleine Schnapsgläser, die da hineingefüllt werden. So ein kleines Schnäppschen ist nicht schwer, doch je größer die Flasche ist, desto schwerer wird sie letzten Endes insgesamt. Wenn jetzt auch noch jede hineingekippte Flüssigkeit eine eigene Dichte hätte, sodass man sehen könnte, wie es geschichtet ist, so hat man ein Komplettbild an Gedanken, aber niemals den Anfang für alles. Klar könnte man unten anfangen. Oder direkt am Flaschenhals. Aber das würde nicht die Gesamtheit erfassen. Die Gesamtheit der Schichten lässt bei der GESAMTEN Betrachtung allerdings auch keine Zusammenhänge zu, sodass man letztlich total überfordert ist und mit einem V+ Energy einfach nur schweigend aufgibt. Zu viele Netze. Zu wenig Zusammenhang.
Zu
viele
Gedanken.
Zu
wenig
Kraft.
Ich zünde mit meinem Zippo einen Kopf aus der grellgrünen Acrylbong und fange an das Skalpell aus meinem Rucksack herauszusuchen.
Zu
viele
Gedanken.
Zu
wenig
Kraft.
Ich zünde mit meinem Zippo einen Kopf aus der grellgrünen Acrylbong und fange an das Skalpell aus meinem Rucksack herauszusuchen.
Samstag, 21. August 2010
Ode an die Einsamkeit
von
/root
Funkelnd standen die Sterne am Himmel - und ich blickte in die einsame schwarze Leere zwischen ihnen. Jedes mal, wenn ich in solchen klaren Nächten dort hinauf blickte, wurde mir die eigentliche Nichtigkeit und diese schiere sandkornartige Witzlosigkeit meiner Existenz bewußt. Jedoch war es dieses Mal anders. Keine Einsamkeit bedrückte mein Gemüt. Ich nahm eines der wenigen Male in meinem Leben diese Schönheit wahr.
Ich drückte die Einsamkeit, nahm sie fest in meine Arme. Ich streichelte sie und gab ihr einen Kuß. Sie schmiegte sich an mich, erwiderte diesen Kuß. In diesem Augenblick wurde mir klar, wie sehr ich an ihr Hing. Ich liebte sie. Und ich schloß sie noch fester in meine Arme, küßte sie erneut. Es war unbeschreiblich.
Niemals zuvor habe ich das Alleinsein so sehr genossen.
Ich drückte die Einsamkeit, nahm sie fest in meine Arme. Ich streichelte sie und gab ihr einen Kuß. Sie schmiegte sich an mich, erwiderte diesen Kuß. In diesem Augenblick wurde mir klar, wie sehr ich an ihr Hing. Ich liebte sie. Und ich schloß sie noch fester in meine Arme, küßte sie erneut. Es war unbeschreiblich.
Niemals zuvor habe ich das Alleinsein so sehr genossen.
Mittwoch, 18. August 2010
Schwarz VI
von
/root
Er strich sich mit der linken Hand über das kurze Haar und fischte mit der rechten eine Zigarette aus seiner Brusttasche. Es wirkte wie einstudiert und war tatsächlich eine Bewegungsabfolge die er mehrmals täglich durchführte. Der Mann blickte auf und sah zum Barkeeper hinüber, der gerade mit seinem Kaffee beschäftigt war. Das surren der Senseo und der aromatische Duft eines frisch gebrühten Kaffees verschwammen mit dem Qualm der soeben entzündeten Gauloise zu einer allzusehr gewohnten Melange. Der Barmann stellte die Tasse vor ihn hin. Er bezahlte und gab großzügiges Trinkgeld.
Der sanfte Duft stieg in seine Nase und sorgte für eine leicht belebende Wirkung. Dann trank er. Mild, würzig im Geschmack. Genau wie er es mochte. Er setzte die Tasse wieder auf dem kleinen Tellerchen ab und drückte die Zigarette aus - nicht, ohne vorher noch einen letzten Zug genommen zu haben.
Wie spät war es eigentlich? Er schaute auf die Uhr. Gleich zwölf - dann müßte sie jeden Augenblick kommen. Und in genau dem Moment des Gedankens hielten ihm zwei zarte Hände die Augen zu und er hörte dicht neben seinem Ohr die süße, wärmende Stimme Elaines flüstern: "Hey Raumfahrer!"
Er drehte sich um in der Erwartung sie in die Arme zu schließen, doch mit einem mal Stockte er in der Bewegung. Da stand sie, aber sie bot ein Bild, das er nicht erwartet hatte. Nicht, daß sie nicht umwerfend ausgesehen hätte. Nur eben nicht so, wie er gedacht hatte.
Sie war normal groß - vielleicht eins-siebzig. Ihr Haar war streng zurückgekämmt und zu einem Zopf geflochten. Sie trug eine weiße taillierte Bluse, die ihre Formen sehr schön einfaßte, dazu einen schwarzen Schlips, sowie einen schwarzen knielangen Rock. Ihre Beine steckten in ebenso schwarzen glänzenden Lederstiefeln. über den einen Arm hatte sie den Blazer und das Schiffchen gelegt und um den anderen war die unverkennbare Armbinde der Verteidigungstruppen der Eurasia-Allianz gebunden. Das war eben doch etwas anderes als das rote Kleid vom Vorabend.
"Huch!" entfuhr es ihm und dann nahm er sie in die Arme. "Verdammt! Du siehst umwerfend aus."
"Du stehst wohl auf Mädchen in Uniform?!" sagte sie kichernd und schaute ihn verführerisch an.
Er stand auf, nahm seinen Kaffee und sie gingen in eine der kleinen Sitznischen der Bar, vorbei an staunenden Gesichtern. Er war eben doch ein Hüne und mit seinen fast zwei Metern über einen Kopf größer als das zarte Mädchen an seiner Seite.
"Elaine, weißt du was gerade das Traurige an dem Ganzen ist?" flüsterte er in die Dunkelheit seiner Koje hinein, die Worte wiederholend, die er an jenem Tag zu ihr sagte. "Wenn ich irgendwann zurückkomme von dort oben - falls ich irgendwann zurückkommen sollte - werden auf diesem Planeten mehr als dreihundert Jahre vergangen sein. Ich jedoch werde keine zehn Jahre altern."
Er wurde ausgewählt, weil er keine Angehörigen hatte. Keine Eltern, keine Familie. So gut wie niemand, der ihn vermissen würde. Deswegen darf er der Pilot dieses Fluges ins Ungewisse sein.
Er stand auf, stieß sich den Kopf und fluchte. Dann die alte Bewegungsabfolge. Durchs Haar streichen, zur Brusttasche greifen, Zigarette heraus holen, anzünden. Er faßte sich an die Stirn und rieb sich im selben Zug die Augen. Waren sie tatsächlich etwas benetzt? Er hätte sich diese Trauer nicht zugetraut.
Er ging weiter in die Messe und wies Amber an etwas eßbares zuzubereiten, was er sich anschließend eher widerwillig als mit Genuß zu Gemüte führte. Ununterbrochen dachte er an Elaines unschuldiges, wunderschönes Lächeln.
"Captain." schallte es unvermittelt aus den Boxen.
"Ja, Amber?" Kalt und trocken.
"Sie sollten sich etwas ansehen."
Er verputzte eilig den letzten Rest seiner Mahlzeit und begab sich in die Kommandokapsel, wo er sich direkt auf den 'Chefsessel' setzte, wie er ihn mittlerweile nannte. Ein Blick auf die Anzeigen verriet sofort was los war.
"Amber, sag bitte, daß das nicht wahr ist."
"Ich wünschte ich könnte dem nachkommen, Captain."
Er stieß sich vom Sessel ab, schwebte zurück zur Luke, öffnete sie und begab sich in die Kammer mit den Cryostasiskapseln. Nun noch die richtige finden. L094. Und schon hatte er sie gefunden.
"Gut." sagte er als er vor dem richtigen Tank schwebte. "Amber, Ruf das Notfallprotokoll auf und stoß die Kapsel aus der Dockstation."
Die Kapsel löste sich von der Wand und schwebte ihm entgegen. er empfing sie und war dankbar für das Paar Magnetstiefel, daß er zur Sicherheit angezogen hatte bevor er die Kammer betreten hatte. Langsam Trug er sie zu einem Freien Dock und schloß sie dort wieder an.
"So, Johnny." - der Kamerad hieß Jonathan Mayer, Fahrzeugingenieur - "Ich bin froh, dich nicht jetzt schon wecken zu müssen.
Amber. Laß sämtliche notwendigen Diagnoseprogramme durch das defekte Dock laufen und gib mir anschließend Bescheid. Zeit bis zur Fertigstellung?"
"Drei Stunden und 45 Minuten."
"Sehr gut. Ich bin derweil in der Kommandokapsel." Und damit begab er sich zurück zu den Anzeigen und Bildschirmen ohne noch mal einen Blick zurück zu werfen.
"Noch etwas, Amber." sagte er, als er es sich bequem gemacht hatte - so gut es eben ging. "Über die Sache mit der Anrede müssen wir uns nochmal unterhalten."
Der sanfte Duft stieg in seine Nase und sorgte für eine leicht belebende Wirkung. Dann trank er. Mild, würzig im Geschmack. Genau wie er es mochte. Er setzte die Tasse wieder auf dem kleinen Tellerchen ab und drückte die Zigarette aus - nicht, ohne vorher noch einen letzten Zug genommen zu haben.
Wie spät war es eigentlich? Er schaute auf die Uhr. Gleich zwölf - dann müßte sie jeden Augenblick kommen. Und in genau dem Moment des Gedankens hielten ihm zwei zarte Hände die Augen zu und er hörte dicht neben seinem Ohr die süße, wärmende Stimme Elaines flüstern: "Hey Raumfahrer!"
Er drehte sich um in der Erwartung sie in die Arme zu schließen, doch mit einem mal Stockte er in der Bewegung. Da stand sie, aber sie bot ein Bild, das er nicht erwartet hatte. Nicht, daß sie nicht umwerfend ausgesehen hätte. Nur eben nicht so, wie er gedacht hatte.
Sie war normal groß - vielleicht eins-siebzig. Ihr Haar war streng zurückgekämmt und zu einem Zopf geflochten. Sie trug eine weiße taillierte Bluse, die ihre Formen sehr schön einfaßte, dazu einen schwarzen Schlips, sowie einen schwarzen knielangen Rock. Ihre Beine steckten in ebenso schwarzen glänzenden Lederstiefeln. über den einen Arm hatte sie den Blazer und das Schiffchen gelegt und um den anderen war die unverkennbare Armbinde der Verteidigungstruppen der Eurasia-Allianz gebunden. Das war eben doch etwas anderes als das rote Kleid vom Vorabend.
"Huch!" entfuhr es ihm und dann nahm er sie in die Arme. "Verdammt! Du siehst umwerfend aus."
"Du stehst wohl auf Mädchen in Uniform?!" sagte sie kichernd und schaute ihn verführerisch an.
Er stand auf, nahm seinen Kaffee und sie gingen in eine der kleinen Sitznischen der Bar, vorbei an staunenden Gesichtern. Er war eben doch ein Hüne und mit seinen fast zwei Metern über einen Kopf größer als das zarte Mädchen an seiner Seite.
"Elaine, weißt du was gerade das Traurige an dem Ganzen ist?" flüsterte er in die Dunkelheit seiner Koje hinein, die Worte wiederholend, die er an jenem Tag zu ihr sagte. "Wenn ich irgendwann zurückkomme von dort oben - falls ich irgendwann zurückkommen sollte - werden auf diesem Planeten mehr als dreihundert Jahre vergangen sein. Ich jedoch werde keine zehn Jahre altern."
Er wurde ausgewählt, weil er keine Angehörigen hatte. Keine Eltern, keine Familie. So gut wie niemand, der ihn vermissen würde. Deswegen darf er der Pilot dieses Fluges ins Ungewisse sein.
Er stand auf, stieß sich den Kopf und fluchte. Dann die alte Bewegungsabfolge. Durchs Haar streichen, zur Brusttasche greifen, Zigarette heraus holen, anzünden. Er faßte sich an die Stirn und rieb sich im selben Zug die Augen. Waren sie tatsächlich etwas benetzt? Er hätte sich diese Trauer nicht zugetraut.
Er ging weiter in die Messe und wies Amber an etwas eßbares zuzubereiten, was er sich anschließend eher widerwillig als mit Genuß zu Gemüte führte. Ununterbrochen dachte er an Elaines unschuldiges, wunderschönes Lächeln.
"Captain." schallte es unvermittelt aus den Boxen.
"Ja, Amber?" Kalt und trocken.
"Sie sollten sich etwas ansehen."
Er verputzte eilig den letzten Rest seiner Mahlzeit und begab sich in die Kommandokapsel, wo er sich direkt auf den 'Chefsessel' setzte, wie er ihn mittlerweile nannte. Ein Blick auf die Anzeigen verriet sofort was los war.
"Amber, sag bitte, daß das nicht wahr ist."
"Ich wünschte ich könnte dem nachkommen, Captain."
Er stieß sich vom Sessel ab, schwebte zurück zur Luke, öffnete sie und begab sich in die Kammer mit den Cryostasiskapseln. Nun noch die richtige finden. L094. Und schon hatte er sie gefunden.
"Gut." sagte er als er vor dem richtigen Tank schwebte. "Amber, Ruf das Notfallprotokoll auf und stoß die Kapsel aus der Dockstation."
Die Kapsel löste sich von der Wand und schwebte ihm entgegen. er empfing sie und war dankbar für das Paar Magnetstiefel, daß er zur Sicherheit angezogen hatte bevor er die Kammer betreten hatte. Langsam Trug er sie zu einem Freien Dock und schloß sie dort wieder an.
"So, Johnny." - der Kamerad hieß Jonathan Mayer, Fahrzeugingenieur - "Ich bin froh, dich nicht jetzt schon wecken zu müssen.
Amber. Laß sämtliche notwendigen Diagnoseprogramme durch das defekte Dock laufen und gib mir anschließend Bescheid. Zeit bis zur Fertigstellung?"
"Drei Stunden und 45 Minuten."
"Sehr gut. Ich bin derweil in der Kommandokapsel." Und damit begab er sich zurück zu den Anzeigen und Bildschirmen ohne noch mal einen Blick zurück zu werfen.
"Noch etwas, Amber." sagte er, als er es sich bequem gemacht hatte - so gut es eben ging. "Über die Sache mit der Anrede müssen wir uns nochmal unterhalten."
Sonntag, 25. Juli 2010
Kippenstummel
von
Das Chris
Ich glaube, das Mädel auf der anderen Seite des Tisches hatte bisher noch kein Wort von dem verstanden was ich gesagt hatte und das würde sich vermutlich auch nicht mehr ändern. War aber egal, es ging mir nicht darum ihr etwas mitzuteilen. Alles was ich von ihr wollte war, dass ihre irgendwie verwaschen wirkenden, braunen Augen fasziniert an meinen Lippen hingen, ich wollte einfach, dass sie mir zuhörte, ganz egal was ihr abstoßend durchschnittliches, momentan sehr stumpfes Bewusstsein morgen daraus machen würde. Zielsicher kippte ich einen Schluck Rum in den Plastik-Shotbecher vor mir, dann einen weiteren in den des Mädchens. Sie war so besoffen, dass sie nichtmal das Gesicht verzog, als die goldene Flüssigkeit durch ihren Rachen floss. Ich zögerte noch kurz, dann kippte auch ich das Gesöff runter und genoss das warme Kribbeln. Auf den leichten Brechreiz reagierte ich innerlich mit einer Mischung aus Ignoranz und Befriedigung.
Am Rande meines Bewusstseins registrierte ich, dass die Musik leiser wurde und auch den blaugekleideten Grund dafür. Stumm zog ich meinen Geldbeutel aus der Arschtasche, kramte Personalausweis und Führerschein hervor und hielt beides dem massigen Polizisten hin. Der warf nur einen kurzen Blick darauf und legte die beiden unterschiedlich großen Plastikkarten neben mir auf den Tisch, verabschiedete sich kurz und verschwand.
Das Gefühl, das schon den ganzen Abend wie ein Stein auf meine Brust drückte, sich aber in den letzten Stunden einigermaßen gelegt hatte, war wieder da. Ich bekämpfte es nicht, sondern ließ es wieder in mich ein wie schon so viele Male zuvor. Nur in solchen Momenten hatte ich den Mut, einfach auf alles zu scheißen und ein Haus anzuzünden oder einfach Menschen schon durch meine bloße Anwesenheit Angst einzujagen. Stunden später wachte ich dann immer irgendwo anders auf und dachte über diese so merkwürdigen und so schmerzhaften Phasen meines Daseins nach.
Und ich war stolz darauf, fütterte meinen sowieso schon grenzenlosen Narzissmus damit, jedenfalls solange bis ich wieder seit einer Woche oder so klar war. Dann wurde ich anders. Fühlte mich merkwürdig; nicht schlecht, nur merkwürdig. Irgendwie klein, unvollständig. Viel zu normal. In dem Moment da mir das Wort "normal" durch den Kopf ging, wusste ich was zu tun war. Ich musste trinken, kiffen, rumhuren, allein und weinend im Schnee sitzen, dann weitertrinken bis ich kotzen musste und schließlich irgendwo auf dem Boden einschlafen.
So war ich eben und so wollte ich es... Ein Leben zwischen Rausch und Realität, ein Freak unter Menschen, der Wolf in der Schafsherde... Nichts als ausgebrannte Träume in mir, wie Kippenstummel auf dem Boden meiner Seele verteilt...
Am Rande meines Bewusstseins registrierte ich, dass die Musik leiser wurde und auch den blaugekleideten Grund dafür. Stumm zog ich meinen Geldbeutel aus der Arschtasche, kramte Personalausweis und Führerschein hervor und hielt beides dem massigen Polizisten hin. Der warf nur einen kurzen Blick darauf und legte die beiden unterschiedlich großen Plastikkarten neben mir auf den Tisch, verabschiedete sich kurz und verschwand.
Das Gefühl, das schon den ganzen Abend wie ein Stein auf meine Brust drückte, sich aber in den letzten Stunden einigermaßen gelegt hatte, war wieder da. Ich bekämpfte es nicht, sondern ließ es wieder in mich ein wie schon so viele Male zuvor. Nur in solchen Momenten hatte ich den Mut, einfach auf alles zu scheißen und ein Haus anzuzünden oder einfach Menschen schon durch meine bloße Anwesenheit Angst einzujagen. Stunden später wachte ich dann immer irgendwo anders auf und dachte über diese so merkwürdigen und so schmerzhaften Phasen meines Daseins nach.
Und ich war stolz darauf, fütterte meinen sowieso schon grenzenlosen Narzissmus damit, jedenfalls solange bis ich wieder seit einer Woche oder so klar war. Dann wurde ich anders. Fühlte mich merkwürdig; nicht schlecht, nur merkwürdig. Irgendwie klein, unvollständig. Viel zu normal. In dem Moment da mir das Wort "normal" durch den Kopf ging, wusste ich was zu tun war. Ich musste trinken, kiffen, rumhuren, allein und weinend im Schnee sitzen, dann weitertrinken bis ich kotzen musste und schließlich irgendwo auf dem Boden einschlafen.
So war ich eben und so wollte ich es... Ein Leben zwischen Rausch und Realität, ein Freak unter Menschen, der Wolf in der Schafsherde... Nichts als ausgebrannte Träume in mir, wie Kippenstummel auf dem Boden meiner Seele verteilt...
Donnerstag, 15. Juli 2010
Reisebericht eines Trippers - β
von
Herr Vegas
Nimm den geilsten Sternenhimmel, den DU jemals sahst. Nein, nicht nur den, den DU jemals sahst sondern auch den, den DU dir immer vorstelltest. Kein Wolkenverhangener Scheißhaufen aus weit entfernten Heliumklumpe sondern ein Himmel in dem DU jede einzelne Faser der Milchstraße erkennst. In dem DU alle Sterne gen eines riesigen Zentrums tanzen siehst. Hast DU das Bild? Dann öffne DEINE Augen wieder und lasse den wirklichen Himmel hinein. Lasse die Sonnen in DEINE Netzhaut einbrennen wie auszudrückende Zigarettenstummel am Unterarm eines borderlinegestörten Mädchens. Atme tief, spüre den Hauch der Einsamkeit während DEINE Bronchien mit der auf etwa Zimmertemperatur befindlichen Atemsubstanz der nächtlichen Umwelt vertraut gemacht werden. Ein minimaler Beigeschmack der DEINEN Rezeptoren in den hintersten Winkeln eine Assoziation zu dem Geschmack von Wassermelonen, wie aus einem Jahrtausende versunkenen Majagrab aushebt. Halte die Luft an, behalte das Gefühl der Nachtluft in DEINEN Arterien, Venen, Drüsen, Leitern, Synapsen bis der Druck DEINES Brustkorbes DICH wieder zum Ausatmen zwingt. Nun öffne DEINE Augen richtig und erblicke das Superlativ aller jemals gesehenen Nachthimmel umringt von den, sich im Atem Gottes windenden Ästen der Kastanienbäume und werde DIR dessen bewusst, dass sie dort im schwarzen Zentrum der Unendlichkeit haften bleiben anstatt herunterzustürzen, um dich mit der schützenden Wärme und des weisen Lichts eines tanzenden Sterns zu umgarnen. Balle DEINE Faust aif dem Boden, der mit Gras überzogen ist und spüre das Leben, das KA in diesen von Gaja gegebenen Konstrukten. Ein Zwinkern jedoch löscht DEINEN Augenblicj aus, da die von Tränen verwaschenen Augen nur eine Matrix aus verschwommenen Lichtpunkten zurücklassen und deine Gedanken kräuseln sich und steigen empor in die nichtssagende Leere eines Grundstücks, welches von der mysteriösen Kuppel überdacht ist. DEINE Knochen und Gelenke bringen DICH widerwilig auf die Beine und DEIN Bewusstsein steuert DICH zurück auf die einzig greifbare Lichtquelle, welche vom matten Schein einer Glühbirne ihre Materialisierung findet.
Samstag, 10. Juli 2010
Reisebericht eines Trippers - α
von
Herr Vegas
Und? Was umgibt DICH?
Gerade sitzt DU in einer Gruppe von hohlen, scheißesabbelnden Suchtis.
DEINE Misanthropie macht sich ohne Umwege direkt in DEIN Hirn, verweilt nicht, fickt DICH.
Klar bist DU voll, sabbelst auch Scheiße, doch viel schöner wäre es jetzt diese eine dort bei DIR zu haben.
Fuck man, DU willst sie nichtmal ficken, was im Kontrast zu DEINEN bisherigen Drogen/Alkohol/Fick/Entmenschungs-Exzessen steht.
Primär willst DU sie nur bei DIR haben, ihrer Stimme lauschen, die sich wie weiches, gleich abhärtendes Kerzenwachs auf deine Seele legt und so eine kleine Kuppel Schutz bildet, wenigstens minimalistisch. Willst DU gedanklich noch auf ihre Augen eingehen? Ihre Grübchen, wenn sie lächelt?
Nein, willst DU nicht.
Denn sie hat DICH ebenfalls gefickt.
Nicht so, wie es die anderen taten. Eher hat sie das Blut aus DEINEM pumpenden Apparat rausextrahiert, der da unaufhörlich gegen DEINEN Knochenknast tritt.
Seele entrissen? Wohl Kaum. Eher reingerotzt, zusammengeknüllt und liegen gelassen. Das alles weiß sie nicht. Lässt sich ja immerhin von den anderen besickern mit Flüssen aus geistesabstinenten Gedankenscheißhaufen. Vielleicht will sie DICH ja doch.
Weißt DU das?
Nein. Zu schüchtern? Sie oder DU?
DEINE Gedanken itself fühlen sich eh nur noch wie aufeinandergestapelte Konservendosen an.
Leer und pseudokonstruiert. Der Lampenschirm wirft einen Ring aus mattem Licht in die Reflexzone der gardinenüberhangenen Fensterscheibe und alles was DU willst ist noch ein Bier.
Und genau da setzt Diaprojektor 1 aus.
Gerade sitzt DU in einer Gruppe von hohlen, scheißesabbelnden Suchtis.
DEINE Misanthropie macht sich ohne Umwege direkt in DEIN Hirn, verweilt nicht, fickt DICH.
Klar bist DU voll, sabbelst auch Scheiße, doch viel schöner wäre es jetzt diese eine dort bei DIR zu haben.
Fuck man, DU willst sie nichtmal ficken, was im Kontrast zu DEINEN bisherigen Drogen/Alkohol/Fick/Entmenschungs-Exzessen steht.
Primär willst DU sie nur bei DIR haben, ihrer Stimme lauschen, die sich wie weiches, gleich abhärtendes Kerzenwachs auf deine Seele legt und so eine kleine Kuppel Schutz bildet, wenigstens minimalistisch. Willst DU gedanklich noch auf ihre Augen eingehen? Ihre Grübchen, wenn sie lächelt?
Nein, willst DU nicht.
Denn sie hat DICH ebenfalls gefickt.
Nicht so, wie es die anderen taten. Eher hat sie das Blut aus DEINEM pumpenden Apparat rausextrahiert, der da unaufhörlich gegen DEINEN Knochenknast tritt.
Seele entrissen? Wohl Kaum. Eher reingerotzt, zusammengeknüllt und liegen gelassen. Das alles weiß sie nicht. Lässt sich ja immerhin von den anderen besickern mit Flüssen aus geistesabstinenten Gedankenscheißhaufen. Vielleicht will sie DICH ja doch.
Weißt DU das?
Nein. Zu schüchtern? Sie oder DU?
DEINE Gedanken itself fühlen sich eh nur noch wie aufeinandergestapelte Konservendosen an.
Leer und pseudokonstruiert. Der Lampenschirm wirft einen Ring aus mattem Licht in die Reflexzone der gardinenüberhangenen Fensterscheibe und alles was DU willst ist noch ein Bier.
Und genau da setzt Diaprojektor 1 aus.
Dienstag, 8. Juni 2010
Untitled 003
von
/root
Zurück zum Ursprung des Gedanken
leitet mich die leere Umhüllung meines Ichs.
Allein gelassen sitzt die kleine - meine - Seele
auf einem viel zu großen Stuhl.
Trauer wiegt schwer,
wie des Dæmons kalte Hand
mein Herz zerreißt.
Tiefer Schmerz in meiner Brust.
Atme!
Niemand da!
Ich blicke mich um.
Nur graue Gestalten watscheln durch den Nebel.
Niemand sieht mich an.
Niemand hört mein Klagen.
Meinem Herzen,
zerfetzt und zerrissen
zu gleichen Teilen in
Haß,
Wut,
Liebe
und
Schmerz,
sehnt es nach Einigung.
Sonne brich durch den Nebel.
Laß mich sehen ...
Laß mich lieben ...
leitet mich die leere Umhüllung meines Ichs.
Allein gelassen sitzt die kleine - meine - Seele
auf einem viel zu großen Stuhl.
Trauer wiegt schwer,
wie des Dæmons kalte Hand
mein Herz zerreißt.
Tiefer Schmerz in meiner Brust.
Atme!
Niemand da!
Ich blicke mich um.
Nur graue Gestalten watscheln durch den Nebel.
Niemand sieht mich an.
Niemand hört mein Klagen.
Meinem Herzen,
zerfetzt und zerrissen
zu gleichen Teilen in
Haß,
Wut,
Liebe
und
Schmerz,
sehnt es nach Einigung.
Sonne brich durch den Nebel.
Laß mich sehen ...
Laß mich lieben ...
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