Ich öffne die Augen, aber es bleibt schwarz. Ich höre das Brabbeln eines V8-Motors im Leerlauf irgendwo links von mir. Warum kann ich nichts sehen? Der erste Gedanke: "Scheiße, ich hab zu viel von dem selbstgebrannten Wodka gesoffen.". Dann der Verstand leise: "Es ist Nacht, Holzkopf." Okay, es ist also finsterste Nacht, ohne Sonne, Mond und Sterne und ich liege auf etwas, das sich wie eine Isomatte auf einer alten Matratze anfühlt. Nicht weit weg steht ein Auto mit laufendem Motor. Der Luft nach zu urteilen bin ich nicht in einem geschlossenen Raum. Außerdem fühlt sich der Boden unter der Matratze kalt und feucht an, wie Asphalt oder rauher Beton sich nachts eben anfühlt. Ich richte mich langsam auf und krieche auf allen Vieren herum, bis sich das unsaubere Grummeln des Motors direkt neben mir befindet. Taste nach dem Auto. Meine Finger berühren kaltes Metall, eine Kante, dann, knapp darunter einen Reifen. Kalt. Also steht das Auto wohl schon länger hier. Warum ist der Motor an? Ich krabbele weiter, die linke Hand auf dem Boden vor mir, die rechte am Kotflügel entlangstreifend, auf der Suche nach einem Türspalt. Da ist der Spalt, einen halben Meter weiter auch der Griff. Ist aber abgeschlossen. Ich wage es aufzustehen und tapse mit vorsichtigen Schritten um das riesige Fahrzeug herum. Es ist wohl ein amerikanisches Coupé aus den Fünzigern oder Sechzigern, jedenfalls den ausladenden Karosserieelementen nach zu urteilen. Senkrechte Flossen über den hinteren Kotflügeln, projektilförmige, spitz zulaufende Rückleuchten. Ziemlich sicher ein Cadillac Eldorado. Aus der ersten Generation. Da ist die andere Tür. Nicht verschlossen. Ich öffne sie und die Innenraumbeleuchtung brennt mir Löcher in die Netzhäute. Mit tränenden Augen blinzle ich ins Fahrzeuginnere, drehe mich sofort wieder um und kotze auf meinen Schatten. Nachdem sich mein Magen wieder etwas beruhigt hat und mein Kopf sich mit der Szenerie abgefunden hat, zerre ich den mehr oder weniger kopflosen Typ von Fahrersitz und löse seine Finger von der vollkommen mit Blut und Gehirnfetzen versifften Schrotflinte, bevor ich anfange, ihn und meinen neuen Wagen nach weiteren nützlichen Gegenständen zu durchsuchen...
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Freitag, 11. November 2011
Donnerstag, 14. April 2011
Venus im Pelz
von
/root
Küß mich, beiß mich, saug an meinem Schwanz und steck ihn dir ins Arschloch. Knie dich hin oder reit auf mir, das ist mir wahrlich gleich. Von Interesse ist nur die Sache. Lebe deine Vorlieben aus und nimm mich in dich auf. Ja du versteht. Du sollst mich ficken. Tu es wie keine andere vor dir. Pump mich leer. Noch einmal ist kein Problem. Dann können wir schlafen. Kuschel dich ruhig an mich während meine Suppe deine Beine hinab fließt. Du kannst es. Dann spüre ich deine schweren, von Erschöpfung geformten, Atemstöße an meinem Hals. Unsere Körper sind blutbeschmiert. Nicht dein Blut. Meines. Es sickert noch immer welches in in dicken Tropfen aus den tiefen Schnitten an meinem Arm. Irgendwo hinter dem lichter werdenden Nebel sexueller Extase vernehme ich Musik. Auch die drückende Schwere ist wieder da. Nein, schlaf doch bitte nicht jetzt. Drück mir lieber die Kehle zu oder stich mir das Messer dort in die Brust. Alternaiv fick mich einfach noch einmal.
Mittwoch, 16. Februar 2011
Zombie
von
Das Chris
Er lehnte seinen Kopf an die kalte, leicht beschlagene Seitenscheibe des Vans, ließ seinen Körper in die weiche Wohligkeit des Sitzes sinken und verfolgte mit seinen Augen die weißen und blauen Lichter, die wie Seelen auf ihrer letzten Fahrt auf der anderen Seite des Grünstreifens an ihm vorübersausten. Wie leuchtende Motten auf dem Weg zum Mond oder zur nächsten Straßenlaterne. Böse schimmerten weiße Xenon-Lichter von hinten in das Dunkel des Fahrzeugs hinein, dann zogen sie weiter und ließen diese unbestimmte Schwärze, dieses Grau, das zu dunkel für grau war den Innenraum erneut fluten und er war froh darüber. Auf den vorderen Sitzen unterhielten sich der Fahrer und die beiden anderen Personen leise, er konnte sie nicht verstehen, sollte sie nicht verstehen. Aber sie redeten über ihn. Das mussten sie.
Die zur Hälfte bereits rot-schwarz verschorfte Wunde mit den gelblichen Eiterflecken an seinem Hals tropfte rot-schwarze Flecken auf seine zerrissene Hose und den rot-schwarzen Sitzbezug. Die Lichter auf der anderen Seite hatten einen fast unmerklichen, aber stärker werdenden Rotstich und verschwammen ganz leicht auf seiner Netzhaut. Sie störten ihn, machten ihn wütend. Er schloss die Augen. Rote Adern pulsierten in seinen Lidern, von außen angestrahlt durch tausende rotstichig-weiße, störende Lichter. Das Pulsieren beschleunigte sich mit seinem Herzschlag, wurde stärker mit der Erhöhung seines Blutdrucks und schürte die tief sitzende Wut zu einer Flamme, die sich für einen Moment in pure Raserei verwandelte und einen unartikulierten, kehligen Schrei durch seine zum Zerreißen gespannten Stimmbänder presste.
Der Van wurde langsamer und kam auf einem dunklen Parkplatz am Rand der Autobahn zum Stehen. Hier waren keine Lichter, keine flackernden Schreckgespenster. Die Türen wurden aufgestoßen, kalte Nachtluft strömte herein und jemand machte sich an den Haltegurten zu schaffen, die seine Beine, Arme und seinen Oberkörper festhielten. Wie eine Leiche fiel er seitlich auf den Asphalt, der Schmerz machte ihn wieder wütend und die Taschenlampe rechts von ihm ließ die Glut der kurz erloschene Flamme wieder auflodern. Er stemmte sich stöhnend auf die Füße und stolperte auf den am nächsten stehenden der dunklen Schatten vor dem dunklen, schattigen Wald zu. Aus dem kleinen Schatten löste sich ein silbrig glänzendes Ding. Und in der halben Sekunde, in der sich ein Finger um den Abzug krümmte und er die Kugel auf sich zurasen sah, konnte er sich erinnern. Wie eine Springflut stürmte sein ganzes Leben auf ihn ein. Der Schatten war so vertraut, der Wald, das Auto, er kannte das alles, war so oft hiergewesen. Das Weinen der Frau die er geliebt hatte wurde begleitet von dem Gefühl, dass etwas Heißes durch seine Stirn drang und den Rest seines Gehirns endgültig zerstörte.
Die zur Hälfte bereits rot-schwarz verschorfte Wunde mit den gelblichen Eiterflecken an seinem Hals tropfte rot-schwarze Flecken auf seine zerrissene Hose und den rot-schwarzen Sitzbezug. Die Lichter auf der anderen Seite hatten einen fast unmerklichen, aber stärker werdenden Rotstich und verschwammen ganz leicht auf seiner Netzhaut. Sie störten ihn, machten ihn wütend. Er schloss die Augen. Rote Adern pulsierten in seinen Lidern, von außen angestrahlt durch tausende rotstichig-weiße, störende Lichter. Das Pulsieren beschleunigte sich mit seinem Herzschlag, wurde stärker mit der Erhöhung seines Blutdrucks und schürte die tief sitzende Wut zu einer Flamme, die sich für einen Moment in pure Raserei verwandelte und einen unartikulierten, kehligen Schrei durch seine zum Zerreißen gespannten Stimmbänder presste.
Der Van wurde langsamer und kam auf einem dunklen Parkplatz am Rand der Autobahn zum Stehen. Hier waren keine Lichter, keine flackernden Schreckgespenster. Die Türen wurden aufgestoßen, kalte Nachtluft strömte herein und jemand machte sich an den Haltegurten zu schaffen, die seine Beine, Arme und seinen Oberkörper festhielten. Wie eine Leiche fiel er seitlich auf den Asphalt, der Schmerz machte ihn wieder wütend und die Taschenlampe rechts von ihm ließ die Glut der kurz erloschene Flamme wieder auflodern. Er stemmte sich stöhnend auf die Füße und stolperte auf den am nächsten stehenden der dunklen Schatten vor dem dunklen, schattigen Wald zu. Aus dem kleinen Schatten löste sich ein silbrig glänzendes Ding. Und in der halben Sekunde, in der sich ein Finger um den Abzug krümmte und er die Kugel auf sich zurasen sah, konnte er sich erinnern. Wie eine Springflut stürmte sein ganzes Leben auf ihn ein. Der Schatten war so vertraut, der Wald, das Auto, er kannte das alles, war so oft hiergewesen. Das Weinen der Frau die er geliebt hatte wurde begleitet von dem Gefühl, dass etwas Heißes durch seine Stirn drang und den Rest seines Gehirns endgültig zerstörte.
Sonntag, 12. Dezember 2010
Sieh nicht weg ...
von
/root
Wir leben um zu genießen. Klangwelten wachsen wie Blumen in unsere Hirne hinein, breiten sich aus und tropfen mit der Zähigkeit von Honig über den Rand der Erdscheibe. Flach wie eine Briefmarke aus dem Album des Großvaters, stößt dein Atem nach außen in die kalte klare Winterluft. Du spürst den frisch gefallenen Schnee zwischen deinen frierenden Zehen hindurchquellen, als du einen Schritt nach vorn machst. Du spürst wie er schmilzt und das Wasser wieder an deinen Füßen herab sickert um auf dem eisigen Boden erneut zu gefrieren.
Der Baum neben dir, er atmet. Er lebt und sucht nach dir. Sein Geäst, nach unten gezogen vom Gewicht der weißen Massen, streift deine Schultern. Du schaust ihn an, berührst seine knorrige, faltige und rissige Haut mit deiner Hand – mit der freien Hand, denn in der anderen hältst du dein Leben; fest umklammert mit deinen dünnen weißen Fingern.
Ein Blick nach oben. Eine Krähe hatte soeben gerufen und fliegt nun gen Horizont. Du schaust ihr noch eine Weile nach, bis sie ganz verschwunden ist in dem leichten Dunst fernen Hochnebels.
Ein weiterer Schritt vorwärts, deine Hand läßt ab von der Haut des Baumes und hinterläßt lediglich einen purpurnen Abdruck.
In Erinnerung an eine Freund.
Der Baum neben dir, er atmet. Er lebt und sucht nach dir. Sein Geäst, nach unten gezogen vom Gewicht der weißen Massen, streift deine Schultern. Du schaust ihn an, berührst seine knorrige, faltige und rissige Haut mit deiner Hand – mit der freien Hand, denn in der anderen hältst du dein Leben; fest umklammert mit deinen dünnen weißen Fingern.
Ein Blick nach oben. Eine Krähe hatte soeben gerufen und fliegt nun gen Horizont. Du schaust ihr noch eine Weile nach, bis sie ganz verschwunden ist in dem leichten Dunst fernen Hochnebels.
Ein weiterer Schritt vorwärts, deine Hand läßt ab von der Haut des Baumes und hinterläßt lediglich einen purpurnen Abdruck.
In Erinnerung an eine Freund.
Montag, 27. September 2010
Der ruinierte Anzug
von
/root
Es war ziemlich warm - nein, eigentlich war es brütend heiß. Die Art von Hitze die dich ständig trinken, schwitzen und pissen läßt. Daß es leicht windig war änderte daran eigentlich rein gar nichts. Dieses Lüftchen - nennen wir es doch einfach mal so - transportierte die Hitze, statt sie abzukühlen.
Wir - Sam und ich - saßen in dem alten rostigen Stingray und aßen etwas. Staub wehte über den Highway, an dessen Rand wir in einer Haltebucht standen.
"Sam, sei mir bitte nicht böse, ja?" sagte ich nachdem ich den Bissen von meinem Hamburger heruntergeschluckt und etwas Corona nachgeschüttet hatte. "Du weißt, daß es sein mußte."
Er schwieg und wir aßen weiter. Anschließend warfen wir den Verpackungsmüll in die Wüste. Ich startete den Wagen und wir fuhren weiter.
Sam begann nun doch zu sprechen. "Nein, nein. Warum sollte ich dir auch Böse sein?" sagte er trocken. "Weil ich nie wieder einen so guten Hamburger essen werde? Weil du jeden in diesem gottverdammten, beschissenen Diner umgebracht hast und wir ihn dann auch noch verfickt nochmal abfackeln mußten? Oder vielleicht weil, dank deines absolut überflüssigen kleinen Massakers, mein neuer Anzug nun völlig ruiniert ist?"
Ich grinste. "Naja wegen deines Anzugs halt. Ich kauf dir auch bei Gelegenheit einen Neuen, wenn dich das wieder beruhigt, Mann."
"Ich weiß, Jim. Aber ... ach du weißt was ich meine." Er war noch immer etwas brummig.
"Und noch was. Was ich getan habe war keineswegs überflüssig. Es war absolut notwendig!"
Nun fragen sich sicher einige Leute: Wo war Max und wie ist eigentlich Sams Anzug jetzt genau versaut worden? Ersteres ist leicht und schnell zu beantworten. Max war an diesem Tag einfach nicht mit uns unterwegs weil er sich ganz in Ruhe den Super Bowl anschauen wollte. Die Sache mit Sams Anzug hingegen ist nicht so schnell erklärt. Da werde ich wohl etwas weiter ausholen müssen.
Wir waren gerade auf dem Highway unterwegs, einfach eine kleine Spritztour unternehmen, und wir führten eines unserer Gespräche über Filme - Sam und ich sind begeisterte Cineasten.
"Also du bist der Meinung 'Pulp Fiction' sei einer der wichtigsten Filme der Neuzeit?" fragte ich und fuhr direkt fort, "Ich will damit jetzt nicht sagen, daß du falsch liegen würdest, aber es interessiert mich einfach warum genau du das so siehst."
Sam lächelte und fing an zu reden: "Du mußt zunächst einmal Tarantinos Filme der beginnenden neunzehnneunziger Jahre im allgemeinen kurz betrachten. Sie sind für ihre Zeit einfach revolutionär. Das liegt weniger an den Plots im einzelnen, welche bei näherer Betrachtung nichts Weltbewegendes darstellen. Es sind vielmehr die Erzählweise, die Charaktere, die Art der Regie und die Struktur seiner Filme, die etwas besonderes daraus machen. Nehmen wir nun einfach mal den Bereits zum Thema gemachten 'Pulp Fiction'. Seine Erzählstruktur ist nicht Linear und trotzdem wird alles erst wirklich am Ende aufgeklärt. Den Hauptaugenmerk mußt du hier auch auf die Dialoge legen. Nimm zum Beispiel die Szene im Auto, in der sich Vince und Jules über Essen unterhalten. Das hat eigentlich gar nichts mit der Geschichte zu tun aber ..." - und da sah ich den Diner.
"Halt die Klappe, Sam. Ich hab Hunger."
"Hmn, und worauf?"
"'nen Royal mit Käse." sagte ich und wir beide lachten.
Ich fuhr auf den Parkplatz des Highwaydiners und und hielt den Wagen an. Wir stiegen gleichzeitig aus und setzten uns ebenso synchron die Sonnenbrillen auf. Die Luft zitterte vor Hitze. Es war ein verdammter Backofen mit Umluft.
Wir betraten also den Diner. Der Geruch von altem und frischen Zigarettenrauch mischte sich mit dem Duft von gegrilltem Fleisch. Wir gingen direkt zum Tresen und ich verschaffte mir in den wenigen Sekunden einen Überblick. Am letzten Tisch saß ein Pärchen, ein Trucker gammelte auf einem Barhocker und trank Kaffee zu seinem Rührei mit Toast, in der Küche waren zwei Angestellte, die kochten, und direkt hinter dem Tresen stand die Bedienung. Sie trug den von sehr viel Einfallsreichtum ihrer biologischen Erzeuger berichtenden Namen Emma.
Ich lehnte mich also gegen den Tresen und grinste Emma mit ihrem von Schminke verunstalteten Allerweltsgesicht und der zerlutschten Kippe im Mundwinkel an. Sie kam zu mir herüber getänzelt.
"Na Schätzchen, was kann ich für dich tun?" sagte sie so billig und nuttig, daß mir beinahe der Appetit vergangen wäre und ich ihr liebend gern einfach ins Gesicht gekotzt hätte. Wahrscheinlich hätte mir das sogar einen Heidenspaß gemacht.
"Ein Sixpack Corona und zwei dicke Hamburger mit Bacon, Käse und Mayonaise und ..." - ich wandte mich an Sam - "Und was willst du essen?"
"Ich nehm' das gleiche, Bro." sagte er knapp während er sich eine Zigarette anzündete.
"Okay ... Also vier dicke Hamburger mit Bacon, Käse und Mayonaise.
Ach, und alles zum mitnehmen bitte."
Emma quäkte unsere Bestellung durch die Küche und stellte mir den Sixer vor die Nase. Etwa zehn Minuten später fand auch eine braune Tüte auf der das Logo des Diners prangte ihren Platz direkt daneben.
"Das macht zwanzig Mäuse, Schätzchen." trällerte sie und ich griff in die Innentasche meiner Anzugjacke um meine Brieftasche hervorzuholen. Dabei fiel Emmas neugieriger Blick zu ihrem Unglück leider auf meine silbern glänzende Beretta und sie begann zu stammeln: "Oh nein, nein, nein. Ihr seid es doch. Ich war mir nicht sicher, aber ihr seid diese Killer aus den Nachrichten." Statt zwanzig Dollar in ihrer Hand hatte sie nun ein circa Eincentgroßes Loch in der Mitte ihrer Stirn und der Rest ihres kleinen Dummen Gehirns klebte an den Pfannen hinter ihr. Noch bevor sie zu Boden ging gab ich zwei weitere Schüsse ab und die Köche teilten Emmas Schicksal auf dem Fuß.
Ich ging durch den Diner, erschoß den Trucker eher beiläufig und stand dann direkt vor dem Pärchen.
Sie war total aufgelöst und weinte bitterlich. Er hingegen war einfach nur kalkweiß geworden.
"Bitte tun Sie uns nichts, Mister." wimmerte sie.
Sam stellte sich neben mich und pflaumte mich an: "Mann was soll diese abgefuckte Scheiße denn jetzt?"
"Es muß sein, Sam." sagte ich und erschoß erst das Mädchen dessen Kopf nach hinten gegen die Lehne schleuderte und dann in das Rührei vor ihm fiel. Als ich dem Jungen eine Kugel in den Kopf jagte explodierte sein Schädel und bespritzte uns von oben bis unten mit Blut, Knochensplittern, Hautfetzen und Gehirnmasse.
"Ups." sagte ich lachend, kratzte mir mit einem leicht schuldigen Lausbubengrinsen am Hinterkopf.
"Was heißt hier 'ups'?" fuhr Sam mich an. Jetzt war er wohl richtig sauer.
"Naja ... also ..." Ich schaute ihn an und konnte mir mein lachen nun wirklich nicht verkneifen. "Ich hatte wohl eines von Max' Explosivgeschossen geladen." Ich setzte mich an den Tresen und wischte mir das Gesicht mit Servietten ab. Dann schaute ich Sam an. Er sah zum schreien komisch aus - als hätte man ihn in einen Topf mit Tomatensoße und Spaghetti getaucht.
So also wurde Sams Anzug versaut. Und meiner übrigens auch.
Nach diesem kleinen Malheur zündeten wir den Diner an und fuhren fort, als wir sicher waren, daß er bis auf die Grundfesten abbrennen würde.
"Absolut notwendig!" wiederholte Sam meine Worte.
"Ja Mann!" sagte ich trocken. "Die Alte hatte uns erkannt. Was hätte ich denn deiner Meinung nach tun sollen?"
"Ach Mensch. Immer das selbe mit dir."
Ich grinste ihn an. "Dude, du hast da immer noch etwas Hirn auf der Schulter."
Wir - Sam und ich - saßen in dem alten rostigen Stingray und aßen etwas. Staub wehte über den Highway, an dessen Rand wir in einer Haltebucht standen.
"Sam, sei mir bitte nicht böse, ja?" sagte ich nachdem ich den Bissen von meinem Hamburger heruntergeschluckt und etwas Corona nachgeschüttet hatte. "Du weißt, daß es sein mußte."
Er schwieg und wir aßen weiter. Anschließend warfen wir den Verpackungsmüll in die Wüste. Ich startete den Wagen und wir fuhren weiter.
Sam begann nun doch zu sprechen. "Nein, nein. Warum sollte ich dir auch Böse sein?" sagte er trocken. "Weil ich nie wieder einen so guten Hamburger essen werde? Weil du jeden in diesem gottverdammten, beschissenen Diner umgebracht hast und wir ihn dann auch noch verfickt nochmal abfackeln mußten? Oder vielleicht weil, dank deines absolut überflüssigen kleinen Massakers, mein neuer Anzug nun völlig ruiniert ist?"
Ich grinste. "Naja wegen deines Anzugs halt. Ich kauf dir auch bei Gelegenheit einen Neuen, wenn dich das wieder beruhigt, Mann."
"Ich weiß, Jim. Aber ... ach du weißt was ich meine." Er war noch immer etwas brummig.
"Und noch was. Was ich getan habe war keineswegs überflüssig. Es war absolut notwendig!"
Nun fragen sich sicher einige Leute: Wo war Max und wie ist eigentlich Sams Anzug jetzt genau versaut worden? Ersteres ist leicht und schnell zu beantworten. Max war an diesem Tag einfach nicht mit uns unterwegs weil er sich ganz in Ruhe den Super Bowl anschauen wollte. Die Sache mit Sams Anzug hingegen ist nicht so schnell erklärt. Da werde ich wohl etwas weiter ausholen müssen.
Wir waren gerade auf dem Highway unterwegs, einfach eine kleine Spritztour unternehmen, und wir führten eines unserer Gespräche über Filme - Sam und ich sind begeisterte Cineasten.
"Also du bist der Meinung 'Pulp Fiction' sei einer der wichtigsten Filme der Neuzeit?" fragte ich und fuhr direkt fort, "Ich will damit jetzt nicht sagen, daß du falsch liegen würdest, aber es interessiert mich einfach warum genau du das so siehst."
Sam lächelte und fing an zu reden: "Du mußt zunächst einmal Tarantinos Filme der beginnenden neunzehnneunziger Jahre im allgemeinen kurz betrachten. Sie sind für ihre Zeit einfach revolutionär. Das liegt weniger an den Plots im einzelnen, welche bei näherer Betrachtung nichts Weltbewegendes darstellen. Es sind vielmehr die Erzählweise, die Charaktere, die Art der Regie und die Struktur seiner Filme, die etwas besonderes daraus machen. Nehmen wir nun einfach mal den Bereits zum Thema gemachten 'Pulp Fiction'. Seine Erzählstruktur ist nicht Linear und trotzdem wird alles erst wirklich am Ende aufgeklärt. Den Hauptaugenmerk mußt du hier auch auf die Dialoge legen. Nimm zum Beispiel die Szene im Auto, in der sich Vince und Jules über Essen unterhalten. Das hat eigentlich gar nichts mit der Geschichte zu tun aber ..." - und da sah ich den Diner.
"Halt die Klappe, Sam. Ich hab Hunger."
"Hmn, und worauf?"
"'nen Royal mit Käse." sagte ich und wir beide lachten.
Ich fuhr auf den Parkplatz des Highwaydiners und und hielt den Wagen an. Wir stiegen gleichzeitig aus und setzten uns ebenso synchron die Sonnenbrillen auf. Die Luft zitterte vor Hitze. Es war ein verdammter Backofen mit Umluft.
Wir betraten also den Diner. Der Geruch von altem und frischen Zigarettenrauch mischte sich mit dem Duft von gegrilltem Fleisch. Wir gingen direkt zum Tresen und ich verschaffte mir in den wenigen Sekunden einen Überblick. Am letzten Tisch saß ein Pärchen, ein Trucker gammelte auf einem Barhocker und trank Kaffee zu seinem Rührei mit Toast, in der Küche waren zwei Angestellte, die kochten, und direkt hinter dem Tresen stand die Bedienung. Sie trug den von sehr viel Einfallsreichtum ihrer biologischen Erzeuger berichtenden Namen Emma.
Ich lehnte mich also gegen den Tresen und grinste Emma mit ihrem von Schminke verunstalteten Allerweltsgesicht und der zerlutschten Kippe im Mundwinkel an. Sie kam zu mir herüber getänzelt.
"Na Schätzchen, was kann ich für dich tun?" sagte sie so billig und nuttig, daß mir beinahe der Appetit vergangen wäre und ich ihr liebend gern einfach ins Gesicht gekotzt hätte. Wahrscheinlich hätte mir das sogar einen Heidenspaß gemacht.
"Ein Sixpack Corona und zwei dicke Hamburger mit Bacon, Käse und Mayonaise und ..." - ich wandte mich an Sam - "Und was willst du essen?"
"Ich nehm' das gleiche, Bro." sagte er knapp während er sich eine Zigarette anzündete.
"Okay ... Also vier dicke Hamburger mit Bacon, Käse und Mayonaise.
Ach, und alles zum mitnehmen bitte."
Emma quäkte unsere Bestellung durch die Küche und stellte mir den Sixer vor die Nase. Etwa zehn Minuten später fand auch eine braune Tüte auf der das Logo des Diners prangte ihren Platz direkt daneben.
"Das macht zwanzig Mäuse, Schätzchen." trällerte sie und ich griff in die Innentasche meiner Anzugjacke um meine Brieftasche hervorzuholen. Dabei fiel Emmas neugieriger Blick zu ihrem Unglück leider auf meine silbern glänzende Beretta und sie begann zu stammeln: "Oh nein, nein, nein. Ihr seid es doch. Ich war mir nicht sicher, aber ihr seid diese Killer aus den Nachrichten." Statt zwanzig Dollar in ihrer Hand hatte sie nun ein circa Eincentgroßes Loch in der Mitte ihrer Stirn und der Rest ihres kleinen Dummen Gehirns klebte an den Pfannen hinter ihr. Noch bevor sie zu Boden ging gab ich zwei weitere Schüsse ab und die Köche teilten Emmas Schicksal auf dem Fuß.
Ich ging durch den Diner, erschoß den Trucker eher beiläufig und stand dann direkt vor dem Pärchen.
Sie war total aufgelöst und weinte bitterlich. Er hingegen war einfach nur kalkweiß geworden.
"Bitte tun Sie uns nichts, Mister." wimmerte sie.
Sam stellte sich neben mich und pflaumte mich an: "Mann was soll diese abgefuckte Scheiße denn jetzt?"
"Es muß sein, Sam." sagte ich und erschoß erst das Mädchen dessen Kopf nach hinten gegen die Lehne schleuderte und dann in das Rührei vor ihm fiel. Als ich dem Jungen eine Kugel in den Kopf jagte explodierte sein Schädel und bespritzte uns von oben bis unten mit Blut, Knochensplittern, Hautfetzen und Gehirnmasse.
"Ups." sagte ich lachend, kratzte mir mit einem leicht schuldigen Lausbubengrinsen am Hinterkopf.
"Was heißt hier 'ups'?" fuhr Sam mich an. Jetzt war er wohl richtig sauer.
"Naja ... also ..." Ich schaute ihn an und konnte mir mein lachen nun wirklich nicht verkneifen. "Ich hatte wohl eines von Max' Explosivgeschossen geladen." Ich setzte mich an den Tresen und wischte mir das Gesicht mit Servietten ab. Dann schaute ich Sam an. Er sah zum schreien komisch aus - als hätte man ihn in einen Topf mit Tomatensoße und Spaghetti getaucht.
So also wurde Sams Anzug versaut. Und meiner übrigens auch.
Nach diesem kleinen Malheur zündeten wir den Diner an und fuhren fort, als wir sicher waren, daß er bis auf die Grundfesten abbrennen würde.
"Absolut notwendig!" wiederholte Sam meine Worte.
"Ja Mann!" sagte ich trocken. "Die Alte hatte uns erkannt. Was hätte ich denn deiner Meinung nach tun sollen?"
"Ach Mensch. Immer das selbe mit dir."
Ich grinste ihn an. "Dude, du hast da immer noch etwas Hirn auf der Schulter."
Mittwoch, 15. September 2010
Drei Freunde
von
/root
Wir waren zu dritt - eigentlich schon immer. Da waren Sam, Max und ich - Jim. Sam war eher der ruhige, subtile Typ. Er achtete auf die Details, während Max und ich doch mehr für die groben Sauereien zuständig waren.
Aus dem kleinen Transistorradio, das Max dabei hatte, tönte die Übertragung irgendeines beschissenen Kleinstadtbaseballspiels. Ich saß auf einem Stuhl mitten im Raum und rauchte. Sam schaute aus dem Fenster, das notdürftig mit Holzlatten vernagelt war, und Max lehnte an der Wand mir gegenüber. Er pulte das Etikett seiner Bierflasche in kleinen Stücken ab, formte diese zwischen den Fingern zu Kügelchen und warf sie vor sich auf den Boden oder schnippte sie ziellos in den Raum.
Ich warf meine Zigarette vor mich hin, trat sie aus. Anschließend stand ich auf und ging zu Sam ans Fenster, blickte ebenfalls kurz durch die großzügigen Spalten zwischen den Holzlatten. Dann setzte ich mich wieder.
"Okay." sagte ich ruhig. "Wer von euch beiden Psychopathen erklärt mir das hier?"
Sie blickten mich an. Keiner sagte etwas.
"Leute, Ich frag euch noch einmal: Wer von euch beiden hirnverbrannten, mutterlosen Scheißwichsern erklärt mir das hier?" In dem Moment versetzte ich dem toten Körper zu meinen Füßen einen Tritt.
"Also ... es ist einfach so passiert." Max hatte das Wort ergriffen.
"Einfach so passiert gibt es nicht!"
"Ehmn ... naja ..." sagte er unsicher.
"Ich sehe, daß das deine Arbeit ist, Max. Aber hatten wir nicht was ausgemacht?"
Er schaute zu mir herüber und warf dann die leere Flasche in eine Ecke, wo sie klirrend zerbrach. "Ja."
"Und was - mein lieber geschätzter Freund - was ist daran mißzuverstehen, wenn ich sage, daß diese verdammte beschissene Schwuchtel noch leben soll, wenn ich wiederkomme?"
Sam. "Rein gar nichts."
Max. "Der Pisser hat mich wahnsinnig gemacht, Mann!"
"Junge!" platzte es aus mir heraus. "Du bist schon lange wahnsinnig. Da kann der Scheißer doch nun echt nicht viel dran gedreht haben. Und weißt du was? Diesmal darfst DU die Grube ganz allein ausheben und auch wieder zu schaufeln." Ich trat noch einmal nach dem Toten. Irgendein Yuppie war das mal gewesen. Anwalt oder so.
"Och Jimmy!" maulte Max.
"Nein. Kein 'Och Jimmy!' der Welt wird dir das dieses Mal ersparen." Irgendwann mußte er doch einfach lernen, daß er nicht dauernd alle sofort Abmurksen kann, nur weil sie ihn ankotzen. "Dir muß schon klar sein, daß er uns jetzt nicht mehr die Informationen geben kann, die wir von ihm haben wollten."
Max hatte dem Typen echt fast den Kopf abgeschnitten. Dieser hing nur noch durch einen Fetzen Haut im Nacken am Rest des Körpers.
"Ach bevor ich es vergesse. Sam?! Ich hatte mir schon gedacht, daß Max mal wieder frei drehen würde. Hol doch bitte das Paket aus meinem Kofferraum."
Ich zog mir ein Paar abgegriffener Lederhandschuhe an und setzte ein Grinsen auf.
Aus dem kleinen Transistorradio, das Max dabei hatte, tönte die Übertragung irgendeines beschissenen Kleinstadtbaseballspiels. Ich saß auf einem Stuhl mitten im Raum und rauchte. Sam schaute aus dem Fenster, das notdürftig mit Holzlatten vernagelt war, und Max lehnte an der Wand mir gegenüber. Er pulte das Etikett seiner Bierflasche in kleinen Stücken ab, formte diese zwischen den Fingern zu Kügelchen und warf sie vor sich auf den Boden oder schnippte sie ziellos in den Raum.
Ich warf meine Zigarette vor mich hin, trat sie aus. Anschließend stand ich auf und ging zu Sam ans Fenster, blickte ebenfalls kurz durch die großzügigen Spalten zwischen den Holzlatten. Dann setzte ich mich wieder.
"Okay." sagte ich ruhig. "Wer von euch beiden Psychopathen erklärt mir das hier?"
Sie blickten mich an. Keiner sagte etwas.
"Leute, Ich frag euch noch einmal: Wer von euch beiden hirnverbrannten, mutterlosen Scheißwichsern erklärt mir das hier?" In dem Moment versetzte ich dem toten Körper zu meinen Füßen einen Tritt.
"Also ... es ist einfach so passiert." Max hatte das Wort ergriffen.
"Einfach so passiert gibt es nicht!"
"Ehmn ... naja ..." sagte er unsicher.
"Ich sehe, daß das deine Arbeit ist, Max. Aber hatten wir nicht was ausgemacht?"
Er schaute zu mir herüber und warf dann die leere Flasche in eine Ecke, wo sie klirrend zerbrach. "Ja."
"Und was - mein lieber geschätzter Freund - was ist daran mißzuverstehen, wenn ich sage, daß diese verdammte beschissene Schwuchtel noch leben soll, wenn ich wiederkomme?"
Sam. "Rein gar nichts."
Max. "Der Pisser hat mich wahnsinnig gemacht, Mann!"
"Junge!" platzte es aus mir heraus. "Du bist schon lange wahnsinnig. Da kann der Scheißer doch nun echt nicht viel dran gedreht haben. Und weißt du was? Diesmal darfst DU die Grube ganz allein ausheben und auch wieder zu schaufeln." Ich trat noch einmal nach dem Toten. Irgendein Yuppie war das mal gewesen. Anwalt oder so.
"Och Jimmy!" maulte Max.
"Nein. Kein 'Och Jimmy!' der Welt wird dir das dieses Mal ersparen." Irgendwann mußte er doch einfach lernen, daß er nicht dauernd alle sofort Abmurksen kann, nur weil sie ihn ankotzen. "Dir muß schon klar sein, daß er uns jetzt nicht mehr die Informationen geben kann, die wir von ihm haben wollten."
Max hatte dem Typen echt fast den Kopf abgeschnitten. Dieser hing nur noch durch einen Fetzen Haut im Nacken am Rest des Körpers.
"Ach bevor ich es vergesse. Sam?! Ich hatte mir schon gedacht, daß Max mal wieder frei drehen würde. Hol doch bitte das Paket aus meinem Kofferraum."
Ich zog mir ein Paar abgegriffener Lederhandschuhe an und setzte ein Grinsen auf.
Dienstag, 8. Juni 2010
Untitled 003
von
/root
Zurück zum Ursprung des Gedanken
leitet mich die leere Umhüllung meines Ichs.
Allein gelassen sitzt die kleine - meine - Seele
auf einem viel zu großen Stuhl.
Trauer wiegt schwer,
wie des Dæmons kalte Hand
mein Herz zerreißt.
Tiefer Schmerz in meiner Brust.
Atme!
Niemand da!
Ich blicke mich um.
Nur graue Gestalten watscheln durch den Nebel.
Niemand sieht mich an.
Niemand hört mein Klagen.
Meinem Herzen,
zerfetzt und zerrissen
zu gleichen Teilen in
Haß,
Wut,
Liebe
und
Schmerz,
sehnt es nach Einigung.
Sonne brich durch den Nebel.
Laß mich sehen ...
Laß mich lieben ...
leitet mich die leere Umhüllung meines Ichs.
Allein gelassen sitzt die kleine - meine - Seele
auf einem viel zu großen Stuhl.
Trauer wiegt schwer,
wie des Dæmons kalte Hand
mein Herz zerreißt.
Tiefer Schmerz in meiner Brust.
Atme!
Niemand da!
Ich blicke mich um.
Nur graue Gestalten watscheln durch den Nebel.
Niemand sieht mich an.
Niemand hört mein Klagen.
Meinem Herzen,
zerfetzt und zerrissen
zu gleichen Teilen in
Haß,
Wut,
Liebe
und
Schmerz,
sehnt es nach Einigung.
Sonne brich durch den Nebel.
Laß mich sehen ...
Laß mich lieben ...
Einsamkeit
von
/root
Als nun dort wir saßen,
Gefangene unserer Gefühle
In einem Kerker aus Haß und Liebe.
Von einer Wand zur nächsten
Gehe ich auf und ab,
Ab und zu im Kreis.
Kampf der Seelen,
Krieg der Geister
Nannte ich es
- doch nichts von dem
Kam dem gleich
Was ich erlebte.
Und wieder endete es im Kreis.
Ich schließe sie nun in meine Arme,
Meine Gefühle übermannen mich.
Und wieder sterbe ich
Ein weiteres sinnloses Mal.
Tot und leben;
Ein Kreis ohne Ausgang;
Eine Straße ohne Abzweig.
Gefangene unserer Gefühle
In einem Kerker aus Haß und Liebe.
Von einer Wand zur nächsten
Gehe ich auf und ab,
Ab und zu im Kreis.
Kampf der Seelen,
Krieg der Geister
Nannte ich es
- doch nichts von dem
Kam dem gleich
Was ich erlebte.
Und wieder endete es im Kreis.
Ich schließe sie nun in meine Arme,
Meine Gefühle übermannen mich.
Und wieder sterbe ich
Ein weiteres sinnloses Mal.
Tot und leben;
Ein Kreis ohne Ausgang;
Eine Straße ohne Abzweig.
Samstag, 15. Mai 2010
---
von
Das Chris
Hier stehe ich. Im Regen. Wie sollte es auch sonst sein? Der Wind fährt mir mit eiskalten Klauen über Gesicht und Haare, beißt sich in meiner Kleidung fest und reißt mir den kleinen weißen Zettel aus der Hand. Ich versuche ihn wieder einzufangen, stolpere dabei jedoch nur über die Trümmer und Scherben, die überall auf dem Boden verteilt liegen und muss zusehen, wie das kleine Blatt Papier, hilflos im Wind taumelnd und tanzend, in die Schwärze der Nacht verschwindet. Der Regen tropft durch die Äste der Trauerweide auf meinen Kopf und meine Schultern. In einer der Scherben auf dem Boden erkenne ich ein Wesen, es erinnert mich an irgendetwas. Die Augen, rot von tausenden Aderrissen, rot wie erkaltendes Blut, schwarze Streifen darunter, Augenringe, schwarz wie die Augenhöhlen eines toten Tieres. Bleiche Haut, fast weiß, wie die Maden, die aus diesen Augenhöhlen hervorkriechen...
Der Wind macht keinen Umweg mehr um mich herum, er weht durch mich hindurch wie durch die klappernden Knochen eines an unsichtbaren Fäden aufgehängten Skelettes, einer Marionette deren Kreuz und Fäden ein grausamer Spielmann in den Händen hält. Durch die herabhängenden Äste sehe ich etwas weißes aufblitzen, ein Stück Papier, das Stück Papier und strecke meinen Arm danach aus, stürze darauf zu, greife es, doch es fällt durch meine Hände hindurch als wären sie nicht da, wirbelt davon und ich weiß, dass es nicht wiederkommen wird. Erschöpft und verzweifelt sehe ich ihm nach, bis es erneut und diesmal endgültig in der schwarzen Nacht verschwunden ist. Ich drehe mich um und erstarre. Dort am Stamm der Weide stehe ich selbst und winke mir ein letztes Mal zum Abschied...
Der Wind macht keinen Umweg mehr um mich herum, er weht durch mich hindurch wie durch die klappernden Knochen eines an unsichtbaren Fäden aufgehängten Skelettes, einer Marionette deren Kreuz und Fäden ein grausamer Spielmann in den Händen hält. Durch die herabhängenden Äste sehe ich etwas weißes aufblitzen, ein Stück Papier, das Stück Papier und strecke meinen Arm danach aus, stürze darauf zu, greife es, doch es fällt durch meine Hände hindurch als wären sie nicht da, wirbelt davon und ich weiß, dass es nicht wiederkommen wird. Erschöpft und verzweifelt sehe ich ihm nach, bis es erneut und diesmal endgültig in der schwarzen Nacht verschwunden ist. Ich drehe mich um und erstarre. Dort am Stamm der Weide stehe ich selbst und winke mir ein letztes Mal zum Abschied...
Dienstag, 11. Mai 2010
A.D.:X - Six Six Sick
von
Das Chris
Langsam schlendere ich die 7th Ave runter, mitten auf der Straße, zwischen Taxen, Transportern und anderen Autos hindurch, die von ihren ehemaligen Besitzern stehengelassen und vergessen wurden. Über meinem Kopf hängt ein weißes Tanktop an einer dünnen Metallstange, die im Rhythmus meiner Schritte hin- und herschwingt und den Bewohnern der Häuser rings um mich signalisiert, dass ich nur auf der Durchreise bin und meine Waffen lediglich zu meinem eigenen Schutz einsetzen werde. Kurz hatte ich überlegt, eins der tausenden Autos kurzzuschließen, aber innerhalb der Stadt würde es mich mehr behindern als es hilfreich wäre. An einer quer über einem weißen 64'er Mustang liegenden Straßenlaterne halte ich inne, lehne mich an den Kotflügel des Wagens, angele nach meiner Feldflasche und nehme einige tiefe Schlucke der süßlich-bitter schmeckenden Flüssigkeit, die leicht im Rachen brennt. Beim Absetzen der Flasche bemerke ich auf dem schmutzig-weißen Lack des Mustangs einige Blutspritzer im Bereich der nicht ganz geschlossenen Kofferraumklappe. Ich widerstehe der Versuchung, das Ding zu öffnen, aber dennoch schüttelt es mich leicht beim Gedanken daran, was dieses Auto wahrscheinlich darstellt. Schneller als nötig schraube ich die Feldflasche zu und setze mich wieder in Bewegung. Ein Windstoß trägt mir wie zum Abschied den süßlichen Duft eines verwesenden Tieres in die Nase. Vielleicht ist es auch gar kein Tier, sondern ein Mensch, der da im Kofferraum liegt und den Köder mimt für das Böse, das vermutlich immer noch in den dunkleren Ecken von Manhattan lauert...
Auf der Kreuzung vor mir stehen keine Autos. Eine kleine Gestalt läuft dort hin und her, fast wie ein spielendes Kind, aber eben nur fast. Ich vergewissere mich, dass meine weiße Flagge zu sehen ist, schleiche mich näher heran, gehe hinter einem querstehenden Auto in die Hocke und beobachte die Gestalt, die ich gegen die Nachmittagssonne zunächst nur schemenhaft erkennen kann. Eine Wolke schiebt sich vor die Sonne und ich erkenne den Ausdruck auf dem Gesicht des höchstens sechs Jahre alten Mädchens. Pure Wut verzerrt das eigentlich hübsche Antlitz, eine Wut, die nicht natürlich ist, die kein Mensch jemals spüren sollte und schon gar nicht ein kleines Mädchen. Ich habe diesen Ausdruck bedingungsloser und vollkommener Raserei schon oft gesehen, aber noch nie auf dem Gesicht eines Kindes. Ein noch dickerer Teil der Wolke zieht vor die Sonne und jetzt bemerke ich auch die beiden winzigen roten Lichtpunkte, die auf Brust und Kopf des Mädchens ruhen, leicht zitternd, nicht stark genug um darauf schließen zu lassen, dass die beiden Waffen frei in der Hand gehalten werden, aber stark genug, um die Anspannung der Schützen deutlich werden zu lassen. Offenbar will keiner der beiden Scharfschützen als erster abdrücken und ein Kind dem sicheren Tod preisgeben. Ich atme tief ein, wieder aus und wieder ein, dann stehe ich auf und mache drei leise aber große Schritte auf die freie Fläche hinaus. Ich beobachte aufmerksam das Kind, es scheint mich nicht bemerkt zu haben. Die roten Lichtpunkte sind verschwunden, ich bin mir fast sicher, dass sie jetzt auf meinem Rücken ruhen. Noch zwei Schritte auf das Mädchen zu. Drei, vielleicht vier Meter zwischen mir und dem kleinen Monster. Ich pfeife. Das Kind wirbelt herum und stolpert auf mich zu. Ich ziehe die Desert Eagle aus dem Hosenbund, entsichere sie und richte den Lauf auf die Stirn des Mädchens. Es kommt immer näher an mich heran. Noch zwei Meter, einer, ein halber; die Stirn des Kindes berührt den Lauf, ich drücke ab. Der Schuss hallt dumpf in den umliegenden Straßenschluchten wider, das Klimpern der Patronenhülse auf dem Asphalt scheint eine Schneise in die darauf folgende Stille zu schlagen...
Auf der Kreuzung vor mir stehen keine Autos. Eine kleine Gestalt läuft dort hin und her, fast wie ein spielendes Kind, aber eben nur fast. Ich vergewissere mich, dass meine weiße Flagge zu sehen ist, schleiche mich näher heran, gehe hinter einem querstehenden Auto in die Hocke und beobachte die Gestalt, die ich gegen die Nachmittagssonne zunächst nur schemenhaft erkennen kann. Eine Wolke schiebt sich vor die Sonne und ich erkenne den Ausdruck auf dem Gesicht des höchstens sechs Jahre alten Mädchens. Pure Wut verzerrt das eigentlich hübsche Antlitz, eine Wut, die nicht natürlich ist, die kein Mensch jemals spüren sollte und schon gar nicht ein kleines Mädchen. Ich habe diesen Ausdruck bedingungsloser und vollkommener Raserei schon oft gesehen, aber noch nie auf dem Gesicht eines Kindes. Ein noch dickerer Teil der Wolke zieht vor die Sonne und jetzt bemerke ich auch die beiden winzigen roten Lichtpunkte, die auf Brust und Kopf des Mädchens ruhen, leicht zitternd, nicht stark genug um darauf schließen zu lassen, dass die beiden Waffen frei in der Hand gehalten werden, aber stark genug, um die Anspannung der Schützen deutlich werden zu lassen. Offenbar will keiner der beiden Scharfschützen als erster abdrücken und ein Kind dem sicheren Tod preisgeben. Ich atme tief ein, wieder aus und wieder ein, dann stehe ich auf und mache drei leise aber große Schritte auf die freie Fläche hinaus. Ich beobachte aufmerksam das Kind, es scheint mich nicht bemerkt zu haben. Die roten Lichtpunkte sind verschwunden, ich bin mir fast sicher, dass sie jetzt auf meinem Rücken ruhen. Noch zwei Schritte auf das Mädchen zu. Drei, vielleicht vier Meter zwischen mir und dem kleinen Monster. Ich pfeife. Das Kind wirbelt herum und stolpert auf mich zu. Ich ziehe die Desert Eagle aus dem Hosenbund, entsichere sie und richte den Lauf auf die Stirn des Mädchens. Es kommt immer näher an mich heran. Noch zwei Meter, einer, ein halber; die Stirn des Kindes berührt den Lauf, ich drücke ab. Der Schuss hallt dumpf in den umliegenden Straßenschluchten wider, das Klimpern der Patronenhülse auf dem Asphalt scheint eine Schneise in die darauf folgende Stille zu schlagen...
Freitag, 26. März 2010
Kataton
von
Das Chris
Ich sitze in einem Raum auf einem Sessel. Ich kenne den Raum bis ins letzte Detail, weil er seit vielen Jahren meine Zuflucht ist; der Ort, den außer mir nur wenige betreten dürfen. Ich wohne in ihm, aber er ist viel mehr als nur ein Raum, der mich vor dem Wetter beschützen soll, in ihm schwebt so viel Energie. In diesem Raum lernte ich zu lieben und zu hassen, zu lachen und zu weinen. Ich lernte hier so vieles, noch bevor meine Erinnerung und mein Bewusstsein einsetzten, aber obwohl ich mich nicht erinnern kann weiß ich, dass dieser Ort mich geprägt hat und dass ich mit ihm verbunden bin, egal wohin ich gehe.
Jetzt sitze ich auf meinem Sessel und tausende Gedankenfetzen schießen mir durch den Kopf, von denen ich nur hin und wieder einen greifen kann. Ich habe Angst, soviel ist mir klar. Eine unglaublich starke Angst, die Angst vor dem was mit mir passieren wird. Ich kann mich nicht bewegen, sosehr ich auch meinen Willen darauf konzentriere, auch nur meinen kleinen Finger kurz zucken zu lassen. Es fühlt sich an, als ob in meinem Hinterkopf eine Wand steht, die jeden Reiz der mein Gehirn verlassen will sofort löscht. Ich sitze inzwischen seit Stunden oder auch Tagen hier, bewegungslos, nicht einmal meine Augen kann ich bewegen, einzig mein Herz schlägt, meine Lunge atmet und meine Augenlider zwinkern ab und an. Aber all das geschieht, ohne dass ich Einfluss darauf nehmen kann.
Das schlimmste ist, dass ich genau weiß was mit mir passiert ist, warum ich hier sitze und nicht aufstehen kann und warum ich vermutlich hier sterben werde. Zuviel Schmerz, zuviele Drogen, zu viel vom Leben. Aber meinen Tod, sosehr ich ihn mir manchmal herbeigesehnt habe, hätte ich mir anders gewünscht. Laut und aufsehenerregend, nicht leise und jämmerlich, unfähig etwas dagegen zu unternehmen. Ich soll hier einfach sterben wie ein altes Tier, das sich irgendwo verkriecht um beim Sterben nicht gestört zu werden…
Langsam kommt mir alles immer mehr wie ein Traum vor, die Wirklichkeit wird unwirklicher, wie kurz vor dem Einschlafen. Einige Male reißt mich dieser Gedanke zurück. Ich will nicht einschlafen, ich will wachbleiben und der Welt zeigen dass ich ihr überlegen bin. Schließlich fallen mir endgültig die Augen zu und der Raum, der Sessel auf dem ich sitze und die Erinnerungen um mich herum übergeben mich an den nächsten Fährmann auf meinem Weg…
Jetzt sitze ich auf meinem Sessel und tausende Gedankenfetzen schießen mir durch den Kopf, von denen ich nur hin und wieder einen greifen kann. Ich habe Angst, soviel ist mir klar. Eine unglaublich starke Angst, die Angst vor dem was mit mir passieren wird. Ich kann mich nicht bewegen, sosehr ich auch meinen Willen darauf konzentriere, auch nur meinen kleinen Finger kurz zucken zu lassen. Es fühlt sich an, als ob in meinem Hinterkopf eine Wand steht, die jeden Reiz der mein Gehirn verlassen will sofort löscht. Ich sitze inzwischen seit Stunden oder auch Tagen hier, bewegungslos, nicht einmal meine Augen kann ich bewegen, einzig mein Herz schlägt, meine Lunge atmet und meine Augenlider zwinkern ab und an. Aber all das geschieht, ohne dass ich Einfluss darauf nehmen kann.
Das schlimmste ist, dass ich genau weiß was mit mir passiert ist, warum ich hier sitze und nicht aufstehen kann und warum ich vermutlich hier sterben werde. Zuviel Schmerz, zuviele Drogen, zu viel vom Leben. Aber meinen Tod, sosehr ich ihn mir manchmal herbeigesehnt habe, hätte ich mir anders gewünscht. Laut und aufsehenerregend, nicht leise und jämmerlich, unfähig etwas dagegen zu unternehmen. Ich soll hier einfach sterben wie ein altes Tier, das sich irgendwo verkriecht um beim Sterben nicht gestört zu werden…
Langsam kommt mir alles immer mehr wie ein Traum vor, die Wirklichkeit wird unwirklicher, wie kurz vor dem Einschlafen. Einige Male reißt mich dieser Gedanke zurück. Ich will nicht einschlafen, ich will wachbleiben und der Welt zeigen dass ich ihr überlegen bin. Schließlich fallen mir endgültig die Augen zu und der Raum, der Sessel auf dem ich sitze und die Erinnerungen um mich herum übergeben mich an den nächsten Fährmann auf meinem Weg…
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