Nillias hielt einen Moment inne, schloss die Augen und nahm einen tiefen Atemzug, welcher ihm die Meeresluft tief in seine Lungen pumpte. Er vermisste den Wind, erhoffte sich sogar einen Sturm, jedoch war er sich bewusst, dass hier an den endlos hoch scheinenden Klippen des Irken-Riffes nie auch nur ein Windhauch vorbeizog. "Das Riff ist so voller böser Seelen, dass selbst der Atem der Götter vor diesem Schauplatz zerstaubt.", flüsterte Sedan. Sein flüstern verwandelte sich an den Wänden der Klippe zu einem unheimlichen Echo, welches Nillias frösteln ließ. Weit unter ihnen befand sich die sich bis zum Horizont ziehende Golgatha der Zwerge. Sie mussten irgendwo hinter ihnen in den verschlungenen Gängen des Androth-Berges lauern. Nillias zog das Schwert aus seiner Lederscheide, welche durch die zahllosen Kämpfe bereits rissig war. Das Schwert hingegen, welches ihm sein Vater vermachte, als die Zeiten noch besser waren, schien makellos und die eingravierten Sprüche der alten Magier waren zwar von festgekrusteten Blut überzogen, jedoch waren sie noch einwandfrei zu lesen. "Es ist mein Geist, nicht mein Schwert, welcher dich tötet.", flüsterte Nillias. "Und es ist die Bedeutungslosigkeit, nicht die Fäulnis, welche dich in in das Nichts auflöst.", beendete Sedan. Sie schauten sich einen Moment in die Augen und setzten ihre Reise gen Heimat fort.
geschrieben während jenes Lied gehört wurde.
Donnerstag, 10. November 2011
Mittwoch, 9. November 2011
Amphetamin II
von
Herr Vegas
"Naja, nachdem er sich halt vollgeschissen hatte, meinte er nur noch flennend zu uns, wie schwer es doch sei ein Einzelkind zu sein. Er habe aus Rebellion bereits angefangen sein Zimmer partiell anzuzünden und, warte mal..." Sega legte sich eine weiter Bahn zurecht und sog sie durch sein linkes Nasenloch in die Tiefen seines Körpers, als würde einfach alles an und in ihm aus einem organischen Staubsauger bestehen. Nachdem die Bahn weg war, atmete er noch einmal tief ein, damit auch nichts aus der Nase fiel und während eine Träne aus seinem linken Auge, welches direkt über dem Speed-Staubsauger saß lief, beendete er den Satz: "...naja und dann ist er mit 'nem Cutter-Messer auf sein Mobiliar und so weiter losgegangen. Letzten Endes hat er drei Löcher in sein Plüsch-Pikachu geschnitten und das penetriert er jetzt regelmäßig." Lucy sah auf: "Kann ich bezeugen man, das Teil is' knüppelhart, ist kaum noch als Plüschtier zu erkennen."
Ich nahm die von Sega vorgelegte Bahn dankend an und etwa zwei Minuten später lief mir ein ekelhaft bitterer Geschmack den Rachen hinunter. Ich schaute auf die Uhr. 10:30. Verdammt, seit 36 Stunden nicht geschlafen und das Bedürfnis nach einem Bett schwand bei jedem Nachlegen und verzog sich zurück in eine dunkle, mit minimal dekorierte Ecke.
"Ich müsste mal molchen.", quoll es mir aus dem Mund.
"Na da hinten links is' die Toilette. Weißt du doch."
"Jaman, aber Mikel hängt da schon seit 'ner Stunde und kotzt permanent."
Da sieht man es ein weiteres Mal. Gras und Alkohol bringen dich zum Kotzen, alsbald du nur eine Gräte bewegst. Amphetamine hingegen...
"Ach dann piss' halt in's Waschbecken."
Ich nahm seine Aussage wahr, legte sie jedoch in meinem Unterbewusstsein ab. Noch könnte ich warten. Später würde ich vielleicht darauf zurückgreifen.
Stattdessen stand ich auf und schleppte mich, Selbstgespräche führend in Richtung Toilette.
Klopfen.
"Ey Mikel."
Von der anderen Seite der Tür hörte man ein leises Röcheln.
"Ich komm jetzt rein man."
Ich öffnete die Tür und sah meine Kumpanen mit dem Kopf in der Kloschüssel, wild kotzend.
Zurück in's Wohnzimmer.
"Lasst den mal umlagern oder so."
Danach ging alles ganz schnell. Zwei Typen liefen gen Toilette, verfrachteten Mikel's Kopf in einen Eimer und schleppten ihn in ein separates Zimmer, wo er neben des Kotzens noch ein wenig schlafen konnte.
Ich spülte, bevor ich pisste, pisste, schaute mir mein Urin an, empfand es als leuchtend, strahlend, spülte noch einmal, wusch mir Hände und Gesicht und dann war ich wieder im Wohnzimmer.
Sega zockte FIFA2012 auf seiner XBOX und Lucy chillte im Sessel rum. Die beiden Typen, welche eben noch Mikel in das andere Zimmer verfrachteten, standen nun auf dem Balkon und unterhielten sich über Liedermacher. Die Stimmung war an sich sehr entspannt, bis Lucy das Schweigen brach.
"Ey Soma?"
"Hm?"
"Ich bin untersext."
"Dito. Lass uns zusammen tun, um dieses Problem zu beheben."
Lucy sah zwar schon ziemlich verbraucht aus, speckige Haare, Augenringe ohne Ende und dünne Zahnhälse und wahrscheinlich würde sie ohne Gleitcreme nicht einmal mehr feucht werden, aber der Trieb siegte und ich verzog mich mit ihr in Sega's Zimmer.
Ich nahm die von Sega vorgelegte Bahn dankend an und etwa zwei Minuten später lief mir ein ekelhaft bitterer Geschmack den Rachen hinunter. Ich schaute auf die Uhr. 10:30. Verdammt, seit 36 Stunden nicht geschlafen und das Bedürfnis nach einem Bett schwand bei jedem Nachlegen und verzog sich zurück in eine dunkle, mit minimal dekorierte Ecke.
"Ich müsste mal molchen.", quoll es mir aus dem Mund.
"Na da hinten links is' die Toilette. Weißt du doch."
"Jaman, aber Mikel hängt da schon seit 'ner Stunde und kotzt permanent."
Da sieht man es ein weiteres Mal. Gras und Alkohol bringen dich zum Kotzen, alsbald du nur eine Gräte bewegst. Amphetamine hingegen...
"Ach dann piss' halt in's Waschbecken."
Ich nahm seine Aussage wahr, legte sie jedoch in meinem Unterbewusstsein ab. Noch könnte ich warten. Später würde ich vielleicht darauf zurückgreifen.
Stattdessen stand ich auf und schleppte mich, Selbstgespräche führend in Richtung Toilette.
Klopfen.
"Ey Mikel."
Von der anderen Seite der Tür hörte man ein leises Röcheln.
"Ich komm jetzt rein man."
Ich öffnete die Tür und sah meine Kumpanen mit dem Kopf in der Kloschüssel, wild kotzend.
Zurück in's Wohnzimmer.
"Lasst den mal umlagern oder so."
Danach ging alles ganz schnell. Zwei Typen liefen gen Toilette, verfrachteten Mikel's Kopf in einen Eimer und schleppten ihn in ein separates Zimmer, wo er neben des Kotzens noch ein wenig schlafen konnte.
Ich spülte, bevor ich pisste, pisste, schaute mir mein Urin an, empfand es als leuchtend, strahlend, spülte noch einmal, wusch mir Hände und Gesicht und dann war ich wieder im Wohnzimmer.
Sega zockte FIFA2012 auf seiner XBOX und Lucy chillte im Sessel rum. Die beiden Typen, welche eben noch Mikel in das andere Zimmer verfrachteten, standen nun auf dem Balkon und unterhielten sich über Liedermacher. Die Stimmung war an sich sehr entspannt, bis Lucy das Schweigen brach.
"Ey Soma?"
"Hm?"
"Ich bin untersext."
"Dito. Lass uns zusammen tun, um dieses Problem zu beheben."
Lucy sah zwar schon ziemlich verbraucht aus, speckige Haare, Augenringe ohne Ende und dünne Zahnhälse und wahrscheinlich würde sie ohne Gleitcreme nicht einmal mehr feucht werden, aber der Trieb siegte und ich verzog mich mit ihr in Sega's Zimmer.
Dinner bei Tom - Tom's Abend
von
Herr Vegas
Es war eher ein stummes Gewitter. Man sah zwar die Blitze, wie sie den Himmel für Sekundenbruchteile erleuchteten, jedoch kam es einem eher so vor, als würde irgendwer aus einer dunklen Ecke heraus Fotos schießen. Der Stadtverkehr übertönte einfach den Donner, welcher noch viel zu weit weg erschien. Der Regen war nach Tagen endlich ein richtiger Regen geworden. Ergiebig. Große Tropfen klatschten um mich herum auf das Kopfsteinpflaster und hinterließen winzig kleine Pfützen bei jedem Aufschlag. Die letzten Tage war es eher ein Nieselregen und die Kleidung war durchgeweicht und man wusste überhaupt nicht warum. Durch den Regen brachen sich die suchenden Lichter von Scheinwerfern, die sich langsam auf dem Parkplatz nach vorn tasteten. Es wehte bloß ein schwacher, aber dennoch recht kalter Wind. Ungewöhnlich für mitte Juli. Erschrocken warf ich meine Zigarette weg, welche in den letzten paar Minuten langsam vor sich hin glomm, anstatt von mir geraucht zu werden. Ich hasse Brandnarben, die schmerzen noch tagelang. Ich hatte zwar keine Lust noch eine zu rauchen, zündete mir jedoch umgehend danach eine Weitere an, nur aus diesem Gedanken, eine Kippe aufzurauchen, da es mir ansonsten immer so unfertig vor kam. Nach zwei Zügen und einem kurzen Blick auf die Uhr, verwarf ich den Gedanken den Glimmstängel leerzusaugen und flüchtete zurück durch die Tür des Personaleingangs.
"Tom, die Kunden stapeln sich fast schon."
"Hm, ich geh' gleich vor."
"Irgendwie geht's dir in letzter Zeit nicht ganz so gut, hab' ich das Gefühl."
"Später, Martha, ja?"
Martha war das Mädchen aus der Vorschicht. Wir arbeiteten beide in der selben Tankstelle. Ich setzte diese überaus alberne Mütze und ein gekünseltes Lächeln auf und stellte mich hinter den Tresen. "So, wer ist denn der nächste?"
"Tom, die Kunden stapeln sich fast schon."
"Hm, ich geh' gleich vor."
"Irgendwie geht's dir in letzter Zeit nicht ganz so gut, hab' ich das Gefühl."
"Später, Martha, ja?"
Martha war das Mädchen aus der Vorschicht. Wir arbeiteten beide in der selben Tankstelle. Ich setzte diese überaus alberne Mütze und ein gekünseltes Lächeln auf und stellte mich hinter den Tresen. "So, wer ist denn der nächste?"
Abonnieren
Posts (Atom)